Irans Aussenminister Mohammad Javad Zarif und der Führer vom palästinensischen Islamischen Jihad Ramadan Shallah. Foto jcpa
Lesezeit: 4 Minuten

Am 12. März 2014 wurde Israel von schwerem Raketenfeuer durch den Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ) aus Gaza getroffen. Der PIJ ist in seiner Finanzierung und Ausrüstung vollständig vom Iran abhängig. Einige der PIJ-Terroristen waren zudem zu Ausbildungszwecken im Iran. Zusätzlich kam es zu wiederholten Angriffen auf IDF-Grenzschutzeinheiten im Norden  Israels, einschliesslich entlang der syrischen Grenze, wo die Verbindung der Hisbollah mit dem Iran allseits bekannt ist.

Diese Anschläge legen nahe, dass die beiden wichtigsten Verbündeten des Iran in der Region grünes Licht erhielten, die Spannungen mit Israel zu intensivieren.

Diesen jüngsten Angriffen gegen Israel ging das Abfangendes Waffenschiffs Klos C mit vierzig syrischen M-203 Langstreckenraketen und Granatwerfer an Bord voraus. Der bestimmungsgemässe Empfänger war der PIJ in Gaza. Diese Präzisionswaffen mit grossen Gefechtsköpfen waren als grundlegende Kräfteveränderung in Gaza bestimmt, um dem iranischen Klienten einen strategischen Vorteil gegenüber der Hamas zu verschaffen.

Der Iran nimmt zugleich, nach zweijähriger Unterbrechung als Folge der Meinungsverschiedenheit in Bezug auf die Unterstützung Assads im syrischen Bürgerkrieg, die Verbindung mit der Hamas wieder auf. Laut palästinensischen Quellen soll eine hochrangige Hamas-Delegation unter Khaled Mashal, Chef des Politbüros, einen baldigen Besuch im Iran beabsichtigen, um „wichtige Angelegenheiten“ zu besprechen. [1]

Erst kürzlich hat Ali Larijani, Vorsitzender der iranischen Majilis (Parlament), gesagt, dass die Beziehung zwischen Iran und Hamas auf den früheren Weg zurückgekehrt seien und dass die „[iranisch] islamische Pflicht es uns befiehlt, den Widerstand zu unterstützen.”[2]

Einmal mehr offenbart der Kurs des Frachters Klos C – von Syrien über den Iran in den Irak – die Kernpunkte der „Achsen des Bösen“ und deren enge Beziehungen. Angeführt wird die Achse vom Iran, der einen ambitiösen Plan entwickelt und ausgeführt hat, um seinen Einfluss im Nahen Osten zu erhöhen und diesen im Einklang mit seiner revolutionären Ideologie zu gestalten. Von zentraler Bedeutung für diesen Plan ist die Zurückdrängung der USA und des Westens aus der Region, und all dem, was von ihrem Einfluss übrig geblieben ist.

Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang der sich intensivierenden Zusammenarbeit im Dreieck Iran-Syrien-Hisbollah. Auf Anweisung des Irans ist die Hisbollah in den Kampf eingetreten, um das strategische Asset des Irans zu erretten – das Assad-Regime. Trotz zunehmender Kritik im Inland hat Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah die Direktive aus Teheran befolgt. Dafür wurde er mit hochentwickelten Waffen kompensiert, die via Syrien an die Hisbollah geliefert wurden. Ferner hat der Iran die Hisbollah grosszügig mit Späh- und Kampfdrohnen und Geldzuwendungen vergütet.

Die Veränderung im iranischen Gebaren reflektiert das zunehmende Selbstvertrauen des iranischen Regimes seit den jüngsten Nuklearverhandlungen mit dem Westen und der rasanten Abnahme des regionalen Einflusses der USA. Dies war besonders offenkundig in Washingtons zurückhaltender Vorgehensweise in der Syrienkrise, nachdem das Regime Chemiewaffen eingesetzt hatte, und in der Annahme der russischen diplomatischen Lösung.

Je weiter der internationale Status der USA absinkt, desto mehr steigt das iranische Selbstvertrauen. Das wiederum wird das Vorgehen des Irans in den Nuklearverhandlungen und seine Bereitschaft für eine Einigung beeinflussen; die Aussichten darauf waren schon von Anfang an sehr gering.

Der Iran glaubt, dass den USA und dem Westen die Fähigkeit fehlt, militärisch gegen seine Nuklearisierung vorzugehen oder seine aggressiven Massnahmen im Nahen Osten einzuschränken. Im Gegenteil, der Iran erkennt die Gelegenheit, die USA und den Westen weiter aus der Region zu verdrängen.

In diesem Sinne schrieb die iranische Tageszeitung Kayhan, die für gewöhnlich die Ansichten des Obersten geistlichen Führers Ali Khameni wiedergibt, dass der Iran seine Lektion aus der Krim-Krise ziehen und von Russlands Verhalten lernen sollte. Die Zeitung behauptet, dass die Ereignisse in der Ukraine erneut die Effektivität von militärischer Stärke gezeigt habe, unabhängig der Theorien internationaler Beziehungen zum angeblichen Primat der Wirtschaft und Medienfaktoren.

Für den Iran sind die Hisbollah und palästinensische Terrororganisationen wichtige Bestandteile seiner nationalen Sicherheitsstrategie, Teil seines langen Arms. Der Iran agiert unaufhörlich, um diese Akteure mit Raketen zu beliefern und dem Wissen, um diese selbst herzustellen, nebst anderen Waffen. Die jüngsten Entwicklungen, zusammen mit der zunehmenden Erkenntnis des Irans, dass er gegen einen militärischen Angriff des Westens immun ist, könnten ihn zu kühnere Schritten veranlassen als bisher.

Kurzfassung der Originalversion: Iran’s Fortunes Rising in a Middle East Vacuum by Lt. Col. (ret.) Michael Segall © Jerusalem Center for Public Affairs, March 19, 2014.



[1] http://alarabalyawm.net/?p=130781#sthash.5X3UpKrI.dpuf

[2] http://www.irna.ir/en/News/81080143/Politic/Larijani_Zionist_regime_unlikely_to_start_a_new_war