König Abdullah mit dem Aussenminister der Vereinigten Staaten John Kerry. Foto US Department of State
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Aktuelle Berichte und Kommentare legen nahe, dass eine Annäherung zwischen Israel und Saudi Arabien erfolgt. Tatsächlich setzen beide Länder alles daran, das iranische Streben nach regionaler Hegemonie einzudämmen. Zusätzlich sind beide beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen in der US-Aussenpolitik, insbesondere über den Widerwillen, Gewalt gegen den Iran und Syrien anzuwenden, und über eine graduelle Interessensverlagerung, weg von den Problemen des Nahen Ostens.

Während Saudi Arabien den israelisch-palästinensischen Konflikt als Faktor sieht, der die Stabilität der Region unterminiert, nimmt es den Iran als sein Hauptproblem betreffend Sicherheit und Ideologie wahr. Mehr noch: Nach dem Interim-Nuklearabkommen zwischen den Weltmächten und dem Iran – das von Israel und Saudi Arabien nicht als positiv aufgefasst wurde – und nach dem Abkommen zur Vernichtung des syrischen Chemiewaffenarsenals – welches dem Assad-Regime Legitimität und wertvolle Zeit verschaffte –, hat sich die Basis für eine Übereinkunft zwischen Israel und Saudi Arabien ausgeweitet. Dazu gibt es gemeinsame Interessen hinsichtlich der Notwendigkeit zur Eindämmung des iranischen Einflusses, der Illegitimität des Assad-Regimes, der Unterstützung für den Armeerat in Ägypten und dem Grundansatz, sich auf die USA zu verlassen. Diese gemeinsamen Interessen reichen jedoch nicht aus für eine offene Kooperation und eine normale Beziehung zwischen Saudi Arabien und Israel. Diese Interessen können aber die verdeckte Kooperation und das Einvernehmen zwischen den beiden Staaten stärken.

Der Dialog hilft dabei, die regionale Stabilität aufrecht zu erhalten, und schadet bestimmt nicht, eine politische Lösung des arabisch-israelischen Konfliktes voranzubringen. Dennoch ist es höchst unwahrscheinlich, dass Saudi Arabien, der vorgebliche Anführer der Golfstaaten, Israel eine Normalisierung auf Anhieb gewähren wird; jeder Versuch, die Beziehungen von verdeckt zu offen zu verändern, könnte diese beschädigen. Wahrer Fortschritt im politischen Prozess zwischen Israel und den Palästinensern könnte allenfalls die Basis für gemeinsame Interessen erweitern und es Israel erlauben, grössere Unterstützung von Saudi Arabien zu verlangen, um politische Initiativen zu unterstützen und beim Aufbau des Palästinenserstaates zu assistieren, selbst wenn ein vollumfängliches, permanentes Statusabkommen (noch) nicht erreicht ist.

Zusammenfassung der Originalversion: Israel and Saudi Arabia: Is the Enemy of My Enemy My Friend? by Udi Dekel and Yoel Guzansky © Institute for National Security Studies, INSS Insight No. 500, December 22, 2013.

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