40 Jahre seit dem Yom Kippur Krieg

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Ariel Sharon während des Jom-Kippur-Krieges. Foto Israeli Defense Ministry
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Letzten Samstag jährte sich der Ausbruch des Yom Kippur Kriegs zum vierzigsten Mal. Während Israel weiterhin von allen Seiten Gefahren ausgesetzt ist, unterscheidet sich die heutige Realität des jüdischen Staates in bedeutender Weise von jener in 1973.

Ja, Syrien droht vom Norden, Iran vom Osten und das konkursreife Ägypten sorgt für ernsthafte Bedenken im Süden; doch die Feinde Israels sind nicht länger geeint. Sogar ausserstaatliche Allianzen wie jene zwischen Terrorgruppen wie Hisbollah und Hamas sind in den vergangenen zwei Jahren zerbrochen.

Anlässlich des 65. Geburtstags von Israel im April 2013 veröffentlichten wir folgenden Beitrag:

„Vor 40 Jahren noch, 1973, wurde Israel im Yom Kippur Krieg von einer soliden, geeinten arabischen Front aus allen Richtungen angegriffen. Und vorgespult auf 2013: der arabisch-israelische Konflikt in seiner klassischen Form existiert nicht mehr. Nach dem Model ‚arabische Welt‘ gegen Israel – oder umgekehrt – erfolgte ein Paradigmenwechsel: Israel gestaltet seine nachbarschaftliche Aussenpolitik grossenteils aus bilateraler Ebene. Das Experiment des arabischen Nationalismus à la Nasser ist kläglich gescheitert und die heutige arabische Welt simuliert nur einen Anschein von Einheit, bedenkt man die gegenwärtige Spaltung.“

Die tragischen Ereignisse in Syrien reflektieren diese Wirklichkeit: Über 100‘000 Menschen sind ums Leben gekommen und wo bleibt die vielbeschworene arabische Strasse? Was ist mit der Arabischen Liga? Was unternimmt die Organisation islamischer Staaten (OIC)? Sie stumm nennen oder schlicht ineffektiv, am Ergebnis ändert sich nichts: Ausser kläglichen Lamenti ist von den arabischen Staaten nichts zu erwarten. Stattdessen sind es Regierungen ausserhalb des Nahen Ostens – der USA, Russlands, Frankreichs und Grossbritanniens – von denen angenommen wird, dass sie den Syrien-Konflikt lösen würden.

Die zehn Jahre seit dem Irak-Krieg und die letzten zwei Jahre des arabischen Frühlings haben eine unvorstellbare Zersplitterung in der arabischen Welt mit sich gebracht. Seltsamerweise ist Israel Nutzniesser dieser Umstände. Seine Feinde sind nicht länger geeint und können sich nicht mehr einfach auf Israel versteifen, wie manche von ihnen es vielleicht gerne würden. Doch sind ihre internen Probleme schlicht zu erdrückend.

Das soll nicht heissen, dass sich Israel entspannen kann. Eine geeinte Front mag derzeit kaum ein Thema sein, aber so wie sich die tektonischen Platten verschieben, entwickeln sich neue Allianzen, mittlerweile vor allem entlang religiösen Linien. Stand Israel 1973 einer offiziellen „geeinten“ arabischen Welt nationalistischer Prägung gegenüber, könnte der Staat sich in naher Zukunft mit zwei möglichen und zudem sehr mächtigen Allianzen – einer sunnitischen und einer schiitischen – konfrontiert sehen.

Gegenwärtig erlebt Israel einen (relativen) Moment der Ruhe; doch wenn sich diese Blöcke einmal konsolidiert und gestärkt haben, könnte der jüdische Staat einmal mehr zur Zielscheibe seiner Nachbarn werden.

Shana Goldberg © Audiatur-Online

1 KOMMENTAR

  1. Anlässlich des Jiskor Gebetes gedenken wir Juden unserer toten Angehörigen, Freunden und der Opfer der Schoah und wir vergessen auch nie unsere gefallenen Soldaten und ermordeten Zivilisten in Israel. So auch in unserer Synagoge in Israel. Eltern, deren Kinder Militärdienst leisten, lesen jeden Schabbat das Gebet für unsere Armee und unsere Soldaten.

    Am heurigen Jom Kippur haben wir an den Krieg vor vierzig Jahren gedacht, in dem auch einige in unserer Gemeinde mitgemacht haben und sogar als Kinder miterlebt haben.

    Es sind immer wieder ergreifende Momente, die Seelenfeier und unser Gebet für unsere Armee. Ohne diese Armee wären wir schon lange vernichtet.

    Als Israeli und als Gemeindemitglied empfinden wir alle Soldaten auch als unsere Kinder. Sie beschützen uns mit ihrem Leben.

    Deshalb meine Fragen: Werden diese Gebete auch in jüdischen Gemeinden im Ausland gebetet? Also auch in der JLG in Zürich, die ein Hort pro-palästinensischer Umtriebe ist? Und in der ICZ, die in vorauseilendem Gehorsam am 24. November 2013 einen Anlass in ihren Räumlichkeiten plant, der von einer konsequent pro-palästinensischen, jüdischen Organisation, der JVJP.CH, organisiert wird?

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