Foto Petter Lundkvist. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons.
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Vor fast 13 Jahren reiste der damalige Ministerpräsident Ehud Barak nach Camp David, um den Konflikt mit den Palästinensern zu beenden. Dort bot er Yassir Arafat einen unabhängigen palästinensischen Staat in nahezu dem ganzen Westjordanland, Gaza und einem Teil von Jerusalem an. Arafat lehnte ab. Einige Monate später bekräftigten die Palästinenser ihre Ablehnung durch die Lancierung einer Terroroffensive, die als Zweite Intifada bekannt wurde. Trotz der Tatsache, dass die Palästinenser den Frieden ablehnten und Terroranschläge auf israelische Ziele durchführten, die mehr als 1‘000 Menschen das Leben kosteten, wurden sie in den meisten westlichen Medien weiterhin als Opfer porträtiert. Ein spezieller Ereignis wurde zum Symbol dieser bösartigen Verzerrung: die Muhammad al-Dura Affäre.

Die Geschichte wurde damals von der palästinensischen Propagandamaschinerie vorangetrieben, nämlich dass ein kleiner Junge durch israelisches Armeefeuer getötet wurde, während er und sein Vater Schutz vor den Kämpfen in der Nähe eines Checkpoints in Gaza suchten. Filmmaterial, das vom französischen Fernsehen verbreitet wurde, machten diese Tragödie zur internationalen cause célèbre und eine offizielle israelische Entschuldigung bekräftigte den palästinensischen Narrativ und half, al-Dura zum Paradeexempel für die israelische Brutalität und das palästinensische Leid zu machen. Doch bald traten Zweifel an die Oberfläche, was die Richtigkeit der Behauptung israelischer Verantwortung in diesem Fall anbelangt und schliesslich wurden die Diskrepanzen und Lügen des palästinensischen Narrativs in verschiedenen internationalen Medien aufgedeckt. Im Laufe der Jahre wurde die ursprüngliche Geschichte verschiedenen Orts entlarvt. Eine deutsche Dokumentation bewies, dass die Schüsse, die den Jungen getötet hatten, nicht aus israelischen Positionen hatten abgefeuert werden können und die französische Störenfried Phillipe Karsenty konnte aufzeigen, dass der ursprüngliche Bericht nicht stimmte. Er wurde vom bekannten Journalisten Charles Enderlin (der die ursprüngliche Lüge ausgestrahlt hatte) vor Gericht verklagt, letztendlich wurde ihm aber Recht gegeben. Nun scheint die israelische Regierung dieses Problem endlich aufgegriffen zu haben und veröffentlichte einen vermutlich endgültigen Abschlussbericht, der zum strengsten Urteil über den al-Dura Mythos gelangt: „Es gibt viele Indizien“, dass Muhammed al-Dura und sein Vater Jamal „nie von Geschützfeuer getroffen wurden“ – weder israelisches noch palästinensisches; ferner scheint es, dass im Gegensatz zum ursprünglichen Bericht im französischen Fernsehen, Muhammed al-Dura am Ende des Filmmaterial des Vorfalls noch zu leben scheint.

Die Reaktionen auf diesen Bericht sind vorhersehbar. Die muslimische und arabische Welt wird jegliche Untersuchung ablehnen, die ihren Narrativ nicht übernimmt. Besorgniserregender wird jedoch die Reaktion vieler im Westen und sogar in Israel ausfallen, die sich fragen werden, warum man sich mit dieser alten Geschichte auseinandersetzen sollte. Wir sollten uns um das Ende des Konflikts sorgen, werden sie versichern, und nicht wer al-Dura getötet hat. Dass Israel oder die Freunde Israels  Zeit in diese Angelegenheit investieren, sei eine Ablenkung von den Bemühungen um den Friedensprozess, was nur Palästinenser verärgern werde. Diese wiederum werden sagen, dass jedes Argument  zum Vorfall, so richtig die Tatsachen auch sein mögen, lediglich Gefühlslosigkeit demonstriere. Aber jeder, der die Notwendigkeit der Entlarvung dieser Neuauflage der alten jüdischen Ritualmordlegende verkennt, liegt falsch.

Die Lüge über al-Dura ist für die weitverbreitete Fehlwahrnehmung des allgemeinen Konflikts keine Nebensächlichkeit. Wenn, wie ich letzten Monat schrieb, eine Person des öffentlichen Lebens wie Fareed Zakaria von CNN behaupten kann, dass Israel den Palästinensern nie Frieden angeboten habe und einfach damit davonkomme, ist irgendetwas zutiefst falsch daran, wie unsere Kultur palästinensische Lügen akzeptiert hat, sei es als vertretbare Behauptung oder sogar als Wahrheit. Es geht nicht nur darum, dass Israelis al-Dura nicht getötet haben; es geht darum, dass die Schuld für die Fortsetzung des Konflikts in einem Moment der Geschichte, als er angeblich getötet wurde, beinahe gänzlich den Menschen obliegt, die ihn zum Heiligen erhoben haben und den Mythos seines vergossenen Blutes missbrauchten, um einen Boykott gegen Israel zu rechtfertigen. Diese Geschichte zählt noch immer, nicht weil die Wahrheit dabei helfen kann, die Bemühungen zur Isolation Israels zu unterminieren. Sie ist wichtig, weil alle Gespräche sinnlos sind, solange die muslimische und arabische Welt an der Ritualmordlegende festhält. Die „Pallywood“-Produktionen, von denen der al-Dura Schwindel wohl die bekannteste ist, haben nicht nur den Westen getäuscht. Sie haben zudem den Mythen der Palästinenser über sich selbst Vorschub geleistet. Sie haben der Chance auf Frieden schlicht mehr Schaden zugefügt als jede israelische Siedlung.

Insofern und solange die Palästinenser ihre Aufhetzungskampagne gegen Israelis und Juden nicht aufgeben und aufhören, diesen Konflikt in einer Weise darzustellen, in der sie die einzigen Opfer sind, gibt es keine Hoffnung auf irgendeine Lösung, geschweige denn eine Zweistaatenlösung, an welche die meisten in Israel und im Westen glauben.

Jonathan S. Tobin © Commentary

Originalversion: Why the al-Dura Blood Libel Still Matters by Jonathan S. Tobin © Commentary Magazine, May 19, 2013.

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