Foto Meravh. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.
Lesezeit: 3 Minuten

Unsere Augen sind bei diesem Titel, der in The Daily Beast erschien, sofort hängengeblieben, und nicht nur, weil er so plakativ ist. Wir setzen uns mit Israel und dem Nahen Osten auseinander und sind uns daher der Schwierigkeiten bewusst sind, mit denen Israel und Israelis täglich zu kämpfen haben. Also, warum sind Israelis dennoch so verdammt glücklich? Tiffanie Wen hat sich einige Überlegungen zu diesem scheinbaren Paradoxon gemacht. Nachfolgend eine Zusammenfassung…

Was ist los, dass laut neusten Studien Israelis zu den zufriedensten Menschen in der westlichen Welt gehören?

Eine OECD-Studie zeigt, dass Israelis, trotz einer langen Liste von Problemen in ihrem Land, zu den glücklichsten Menschen unter den OECD-Mitgliedsstaaten gehören. Was an den Ergebnissen überrascht ist, dass Israel auf den Gebieten, die normalerweise mit Zufriedenheit assoziiert sind, einen unteren Rang einnimmt: Einkommen, Wohnung und Bildung.

Wenn sich also Menschen keine Wohnung leisten können oder einen Job finden, warum sind sie dann bloss „so verdammt glücklich“, wie es Tiffanie Wen ausdrückt?

Die Tatsache, dass sich Israel in einem Dauerzustand des Krieges oder der Kriegsgefahr befindet, scheint ein Zusatzfaktor zu sein. Das hat ein faszinierendes psychologisches Paradoxon geschaffen: einerseits sind sich Israelis konstant ihres möglichen Untergangs bewusst, doch andererseits hat sie das nahezu furchtlos gemacht.

Wenn man sich das überlegt, führt das zu folgender Frage: Wie würden Sie reagieren, wenn Sie jeden Morgen aufwachten und dachten, es könnte Ihr letzter Tag sein? Wahrscheinlich würden Sie den Tag geniessen. Und wenn Sie bis zum nächsten Morgen überlebten, könnte sich diese tägliche Übung zum Mantra entwickeln, wie Sie dann leben. Womöglich zeigten Sie Rückgrat und beginnen Ihr Start-Up, über das Sie bereits lange nachdenken, oder parken einfach auf dem Bürgersteig, als gäbe es keinen anderen Parkplatz im Umkreis von fünf Strassen. Sie würden zum Tauchen oder ein Jahr mit dem Rucksack durch Südamerika reisen. All das, was Israelis scharenweise machen.

Das führt zum zweiten Paradox: Israelis haben viel Angst. Und so haben sie gelernt, nichts zu fürchten. Gemäss Studien gewöhnen sich Israelis schnell an neue Konfliktsituationen. Während der Grad der Angst sehr hoch ist, bleibt der Grad der klinischen Angst niedrig, auch in Zeiten enormer Gewalt. Weil mehr Angst auf täglicher Basis erlebt wird, geht man souveräner um mit den wirklich schlimmen Dingen. Und wenn Israelis gelernt haben, angesichts des Krieges weiterzumachen, dann werden sie wahrscheinlich auch mit Wohnungsmieten und wirtschaftlichen Problemen umgehen können. Da ist alles vergleichsweise Pustekuchen.

Tiffanie Wen, die selbst in Tel Aviv lebt, zeigt sich erstaunt, dass sich diese zähe israelische Psyche selbst nicht nur unter den Alteingesessenen manifestiert, die seit Jahrzehnten hier leben. Sogar junge Menschen, die bis zum Gaza-Konflikt im November 2012 keinen Konflikt miterlebt hatten, seien besser damit umgegangen als Wen. „Warum haben sie keine Angst?“ fragte sich Wen während der gesamten Operation Wolkensäule.

In Israel aufzuwachsen bedeutet Mühsal zu überwinden. Anders als in anderen Ländern, kann diese Denkweise ganz schön praktisch sein an einem Ort, wo es nicht nur schwierig ist, einen Job zu finden oder die Miete zu zahlen oder wo Menschen regelmässig einem androhen, sie von der Landkarte zu tilgen.

Auszug aus der Originalversion: Why are the Israelis so Damn Happy? by Tiffanie Wen © The Daily Beast, April 14, 2013.

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2 KOMMENTARE

  1. Shalom meine Freunde

    das was der urser im ersten Bericht geschrieben hat <<stimmt zum grössten Teil nicht. Ich bin 84 Jahre alt und habe alles mitgemacht<<die Kriege gegen die Araber und dann
    bis zur Rente bei einer bekannten Behörde . Also , mein Freund unsere Bürokrati
    e, die Beamten usw. sind auch nicht
    besser wie in anderen europäischen Ländern.Unterschiede gbt es ja überall. Richtig wäre gewesen <<wenn Du was über
    die Sicherheit der Israelis geschrieben hättest.
    Ich hatte heute mehrere Anrufe aus Israel<<alle sind um Ihre Sicherheit besorgt.Die Palis un Araber stehen an den Grenzen israels und werden in absehbarer Zeit Israel angreifen. Ihr Ziel ist ja die<<Vernichtung Israek und sein Volk.<<Ich lebe in Israel und Deutschland. Z.Zt . bin ich in Deutschland wegen meiner unheibaren Krebserkrankung.
    Meine Schreifehler bitte entschuldigen.<<G.tt schützr
    Israel und sein Volk.<< David

  2. Warum sollte ich als Israeli unglücklich sein?

    Wir haben eine perfekte Administration für alle Belange. Keine Bürokratie, sondern stets freundliche und hilfsbereite Beamte, die mir Wünsche und Fragen von den Augen ablesen. Polizei, mein Freund und Helfer, die immer für mich da ist, rechtzeitig und höflich. Mein Arzt, der nicht von Gift und Galle speienden Empfangsdamen bewacht wird. Auch der Pöstler ist ein Goldstück, zwar kennt er mich seit Jahren, trotzdem will er jedes Mal meine ID-Nummer wissen.

    Unglücklich sind zurzeit nur die Politiker, die uns, das einfache Volk, nun nicht mehr belügen und über den Tisch ziehen können und finanzielle Ressourcen zweckentfremden dürfen. Nebbich.

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