König Abdullah. Foto MEDEF - _S3G3358. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.
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An einem Treffen mit Nationalisten und politisch linken Akteuren, das erst kürzlich stattgefunden hat, warnte der jordanische König Abdullah II vor der Formierung einer neuen extremistischen arabischen Allianz, berichtet die in London ansässige arabische Zeitung Al-Hayat.

Der jordanische Monarch tadelte den ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi, dass die ägyptische Führung die „jordanische Rolle während der israelisch-palästinensischen Verhandlungen zur Beendigung der jüngsten Angriffe auf den Gazastreifen marginalisiert“ habe und bezog sich im Besonderen auf das jordanische Feldlazarett, dass seit 2009 im Gazastreifen in Betrieb ist.

„Jordanien wurde aufgrund der andauernden Unterbrüche in der ägyptischen Erdgaszufuhr schwer geschädigt,“ so der König und machte geltend, dass der Gasunterbruch der „wahre Grund“ für die Wirtschaftskrise in Jordanien sei. Jordanien bezieht 80% seines Erdgasbedarfs aus Ägypten und leidet unter der Erdgas-Pipeline, die nach Israel und Jordanien liefert und Zielscheibe häufiger Bombardierungen ist.

Laut Teilnehmern sagte der König, dass sein Land „mit ernsthaften regionalen Herausforderungen konfrontiert ist, doch das Königreich verfügt über Druckmittel, die es zu gegebener Zeit einsetzen wird.“ In Hinblick auf Ägypten sind die 500.000 ägyptischen Gastarbeiter in Jordanien ein Druckmittel. Laut Al-Hayat erhielt der König kurz nach diesem Treffen einen Anruf von Morsi, der verlangte, dass Jordanien seine Pläne zur Ausweisung ägyptischer Arbeiter wegen Aufenthaltsbedingungen unterbinden solle – ein Schritt, der Kairo vermutlich als Botschaft geschickt worden war, um gegen den „nachlassenden“ Strom ägyptischen Erdgases zu protestieren.

In Jordanien herrscht der allgemeine Konsens, dass die politischen Beziehungen mit Ägypten seit dem Sturz von Hosni Mubarak und dem Aufstieg der Muslimbruderschaft „abgekühlt“ sind.

Bisher gab es Treffen nur auf rein Ministerialebene; ein direktes Treffen zwischen Morsi und König Abdullah II hat bisher noch nicht stattgefunden.

Zur Situation in Syrien sagte der König, dass das Regime von Präsident Bashir al-Assad „sich zwei Jahre auf militärischer Ebene halten kann, aber nicht länger als vier Monate auf Wirtschaftsebene.“

An dem Treffen gab König Abdullah II bekannt, dass Jordanien „Gastgeber der israelisch-palästinensischen Treffen im Februar sein wird, um den Friedensprozess zu unterstützen“ und betonte, dass diese Treffen „auf dem Einverständnis der Europäer und den USA beruhen.“

 

Abstract der Originalversion: King Abdullah Warns Against ‚Extremist‘ Arab Alliance by Tamer al-Samadi. Translated from Al-Hayat (Pan Arab) © Al-Monitor. December 12, 2012.