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Machen Sie sich nichts daraus, falls Sie nicht erkannt haben sollten, dass der Nahe Osten vier kriegslose Jahrzehnte hinter sich hat. Das ist aber genau eine Tatsache. Denn seit dem Yom Kippur Krieg 1973 hat Israel keinen Krieg mehr mit einem arabische Staat geführt. Dieser Abschnitt der israelischen Geschichte war geprägt von häufig durchaus erfolgreichen diplomatischen Verhandlungen, aber auch durch periodischen Terror und eine asymmetrischer Kriegsführung gegen nichtstaatliche Akteure.

Mit dem starken politischen Rückhalt, welcher die Hamas von den regionalen Staaten erhält, mögen zukünftige Historiker im jüngsten Gazakonflikt den ersten Abschnitt einer neuen Ära des wiederentfachten zwischenstaatlichen Wettbewerbes und des möglichen Staatenkonfliktes in der arabisch-israelischen Arena erkennen.

Der „alte neue Nahe Osten“ war eine Region des Friedens, des Handels und der lokalen Zusammenarbeit, welche in den 90-er Jahren ihren Höhenpunkt erreichte, als Israelis von überall her zwischen Rabat bis Muskat willkommen geheissen wurden.

Der „neue neue Nahe Osten“ ist eine Region, die durch die doppelten Bedrohungen des iranischen Hegemoniestrebens und der Ausbreitung des radikalen sunnitischen Extremismus definiert ist. In dieser Region sind Israelis nicht nur unerwünscht, sondern bauen zudem Zäune entlang ihrer Grenzen, um sich dem Kampf um sie herum fernzuhalten.

Die USA und ihre Partner können einiges unternehmen, um die Rückkehr zum zwischenstaatlichen arabisch-israelischen Konflikt aufzuschieben. Die Strategie sollte mindestens drei Punkte beinhalten:

  • Anreize für ein moderates Verhalten der berechnenden islamistischen Führungskräfte Ägyptens schaffen
  • Beschleunigung des Untergangs von Bashir al-Assads Regime in Syrien
  • Den Zusammenbruch des wackeligen haschemitischen Königreichs in Jordanien verhindern

Dies sind einige der dringendsten politischen Prioritäten in der arabisch-israelischen Arena, abgesehen von den zusätzlichen Herausforderungen der hegemonialen Ambitionen des Irans und dessen Interesse der Verbreitung des radikalen sunnitischen Extremismus. Die obenerwähnten Grundsätze könnten zumindest dabei mithelfen, die Tendenzen eines neuen Krieges im Nahen Osten zu limitieren.

Robert Satloff ist Executive director des The Washington Institute for Near East Policy.

Auszug aus der Originalversion: The End of the Forty-Year Peace between Israel and Arab States by Robert Satloff © The New Republic, December 4, 2012.