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Gegen den Leiter der türkisch-islamistischen Gruppe IHH, die hinter dem tödlichen Ship-to-Gaza-Zwischenfall im Mai 2010 stand, wird von Seiten der türkischen Behörden wegen angeblicher Finanzierung von al-Qaida ermittelt. Die türkische Tageszeitung Habertürk berichtete am Freitag, dass Staatsanwälte Behauptungen untersuchten, IHH-Führer Bülent Yildirim habe heimlich „über seine Stiftung finanzielle Hilfe an al-Qaida geleistet“.

Yildirim spielte eine Schlüsselrolle bei der Organisation der Flottille im Jahr 2010 und dirigierte die IHH-Aktivisten auf dem von Türken geführten Schiff Mavi Marmara, um sie auf eine gewaltsame Konfrontation mit Israel vorzubereiten. Neun Aktivisten starben, nachdem sie israelische Kommandos mit Knüppeln, Messern und anderen Waffen angegriffen hatten.

Yildirim und die IHH unterhalten umfangreiche Verbindungen zur Hamas und unterstützen die terroristische Gruppe mit Finanzmitteln. Die US-Regierung bestätigte im Juni 2010 die Verbindungen der IHH zur Hamas und das US-Aussenministerium sagte, gegen die Organisation sei im folgenden Monat ermittelt worden. Die IHH ist auch ein Mitglied der Union of Good, die im Jahr 2008 von den USA bezichtigt wurden, die Hamas zu unterstützen und ihr Gelder zu überweisen.

US-Gerichtsdokumente zeigen, dass die IHH Verbindungen zu al-Qaida unterhielt. Während des Prozesses gegen den „Millennium-Bomber“ Ahmed Ressam im April 2001 sagte der französische Geheimdienstexperte Jean Louis-Bruguière, die IHH habe eine „wichtige Rolle“ bei dem von al-Qaida geplanten Bombenanschlag gespielt. Bruguière berichtete im Juni 2010 auch gegenüber der Associated Press, dass die IHH „al-Qaida grundlegend geholfen“ habe, „als (Osama) bin Laden begann, US-amerikanischen Boden ins Ziel zu nehmen“.

Bruguière war 1998 Teil einer französisch-türkischen Polizeirazzia im Hauptsitz der IHH in Istanbul, wo sie Waffen, Sprengstoff und Anleitungen für den Bombenbau fanden. Yildirim, der auch damals Führer der IHH war, hatte augenblicklich einen Komplott geschmiedet, um „in Erwartung des bevorstehenden heiligen Krieges [Dschihad] Veteranen zu rekrutieren. Insbesondere wurden einige Männer in Kriegsgebiete in muslimische Länder geschickt, um Kampferfahrung zu erwerben“, wie es in einem Mitte der 1990er-Jahre von Bruguière geschriebenen Geheimdienstdokument heisst, das in einem dänischen Bericht von 2006 zitiert wird.

Im Mai 2011 verurteilten die IHH und andere türkische Gruppen die Tötung Osama bin Ladens und forderten die Verurteilung des „amerikanischen Terrorismus“. In einem Interview mit einem türkisch-islamistischen Fernsehsender im gleichen Monat beschrieb Yildirim Vorbereitungen für eine anstehende Flottille, aus denen sich die IHH später zurückzog. „Wir haben keine Angst“, und „selbst wenn wir für diese Sache Schahiden [Märtyrer] opfern, werden wir das Recht auf unserer Seite haben“, sagte Yildirim.

In September 2011 waren Mitglieder der IHH daran beteiligt, Hilfsgüter an die militante somalische Gruppe al-Shabaab zu liefern, die al-Qaida verbunden ist und dafür kämpft, die somalische Regierung zu stürzen.

Originalversion: IHH Leader Under Investigation for Funding al-Qaida ©IPT News, Jun 15, 2012.

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