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In den vergangenen fünf Jahren haben die Hamas und die Fatah beide ihr Volk viele Male belogen, was die Beilegung ihres Machtkampfes angeht, der zur Entstehung von zwei separaten palästinensischen Einheiten im Westjordanland und dem Gazastreifen geführt hat.

Seit 2007, als die islamistische Bewegung die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen erlangten und die Fatah nach draussen zwang, haben beide, Fatah und Hamas, die Unterstützer des jeweils anderen getötet, gefoltert und verhaftet.

Im Verlauf der letzten Jahre haben Saudi-Arabien, der Jemen, Ägypten, Katar und Tunesien versucht, die Fatah und die Hamas davon zu überzeugen, den Krieg zu beenden; doch bisher waren alle Bemühungen vergeblich. Die Führer beider Lager reden über die Notwendigkeit, den Machtkampf zu beenden und eine „nationale Einheit“ zu erlangen, weil das im Interesse der Palästinenser läge.

Fast alle paar Wochen treffen sich diese Führer in arabischen Hauptstädten und verkünden, einen „Einheits-Deal“ abgeschlossen zu haben, der den Palästinensern Friede und Einheit bringe. Doch reagieren Palästinenser auf diese Ankündigungen eines Einheits-Abkommen jedes Mal skeptisch und gleichgültig.

Anfang dieses Jahres verkündeten beide Parteien in Doha, Katar, ein Einheits-Abkommen, haben es aber nie geschafft, dieses vor Ort umzusetzen. Vor zwei Wochen trafen sich nun Vertreter der Fatah und Hamas in Kairo und verkündeten ein neues Abkommen – dieses Mal um das vorherige Doha-Abkommen umzusetzen. Das letzte Abkommen, welches unter Druck der ägyptischen Behörden zustande gekommen war, erntete von vielen Palästinensern nur Spott.

Es muss sich nun erst noch zeigen, ob die Fatah und die Hamas fähig sein werden, das neue Abkommen auszuführen, das vorherige umzusetzen. Die meisten Palästinenser glauben die Antwort darauf bereits zu kennen.

In vielfacher Weise scheint der Status Quo für Fatah und Hamas dienlich zu sein. Fatah hat einen Ministaat im Westjordanland und ist Nutzniesserin von Hunderten Millionen von Dollars, die von internationalen Geldgebern in Salam Fayyads Regierung fliessen.

Die Hamas ist ihrerseits glücklich, dass es die exklusive Kontrolle über den ganzen Gazastreifen hat, der zu einem unabhängigen islamischen Emirat geworden ist. Das letzte was Hamas will ist, die Fatah zurück in den Gazastreifen zu holen. Ähnlich ist die Fatah nicht scharf darauf, dass die Hamas im Westjordanland an Macht gewinnt.

Jedes Einheits-Abkommen, was zwischen der Fatah und der Hamas unterzeichnet wird, wird nur eine Attrappe sein und nur dazu dienen, die palästinensische Öffentlichkeit zu beschwichtigen und Kritik aufzusaugen.

Für Mahmud Abbas ist es viel einfacher, einen Deal mit Israel zu erreichen als mit der Hamas, deren ultimatives Ziel es ist, beide loszuwerden – Fatah und Israel.

Statt seine Zeit mit bedeutungslosen Bemühungen zu verschwenden, eine Einheit mit der Hamas zu erzielen, wäre es für Abbas besser, seine Energie und Zeit dahingehend einzusetzen, Frieden mit Israel zu schliessen.

Originalversion: Fatah and Hamas Lie to their People by Khaled Abu Toameh © Gatestone Institute, May 23, 2012.

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