Abdel Moneim Abul Futuh. Foto Islamelfiky - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
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In ihrem ersten Fernsehduell haben die beiden Spitzenreiter um das ägyptische Präsidentenamt gegenseitig die Legitimation des anderen angegriffen; doch sie haben einen gemeinsamen Nenner gefunden, nämlich ihre Gegnerschaft zu Israel, das sie als einen „Feind“ bezeichneten.

„Israel ist ein Feind“, sagte Abdul Monheim Abou Fotou, ein Islamist, der früher der Muslimbruderschaft angehörte und während des Mubarak-Regimes im Gefängnis sass. Sein stärkster Gegner, der liberale Nationalist Amr Moussa, ging das Israel-Thema eher vorsichtiger an, „es ist ein Land, das eine aggressive Haltung vertritt, aber ich möchte diese emotionalen Ausdrücke nicht wählen. Die Verantwortung des Präsidenten muss davon abgehoben sein und die richtigen Entscheidungen für sein Land treffen“, so Moussa.

Beide Männer sind sich jedoch darüber einig, dass der Friedensvertrag mit Israel, der für die Stabilität in der Region als grundlegend angesehen wird, Elemente beinhaltet, die sie als unfair für Ägypten angesehen und die erneut verhandelt werden müssten. Dieser Anspruch der Kandidaten widerspiegelt ein Thema, welches sich seit der Amtsenthebung Mubaraks im letzten Jahr konstant im politischen Diskurs in Ägypten hält.  Daher haben israelische Beamte die letzten Aussagen als schiere rhetorische Kampagne abgetan.

„In der jüngsten Geschichte sieht man in Ägypten jederzeit mehr Pluralismus und Demokratie (sic), aber sobald es um Israel geht, gibt es nur einen Diskurs“, sagt Yigal Palmor, Sprecher im israelischen Aussenministerium. „Ich glaube, es ist offensichtlich, dass es am populistischsten ist, Israel so schlecht wie möglich zu machen. Je schlechter man Israel darstellt, desto besser punktet man, egal ob Islamist oder Säkularer“.

Trotzdem ist Israel vor den gemischten Botschaften, die aus Ägypten zu hören sind, auf der Hut. Moussa hat zwar bestätigt, dass er sich „unter gar keinen Umständen“ eine Annullierung des Vertrages vorstellen kann, doch erklärte er im letzten Monat das Camp-David Abkommen von 1978 – die Grundlage des Friedensvertrages – für „tot und begraben“. Zudem sicherten beide Kandidaten eine Revision der Vertragsklausel zu, wonach nur eine ägyptische Militärdivision im Sinai stationiert sein darf.

Obwohl Ägypten erst kürzlich zugestanden wurde, seine Militärpräsenz im Sinai in Folge zunehmender islamistischer Militanter dort zu erhöhen, betont Israel, dass der Vertrag selbst nicht nur Verhandlung stehe.

„Es ist bekannt, dass Ägypten mehr Truppen als durch den Vertrag erlaubt, in den Sinai entsandt hat, und das mit israelischer Zustimmung“, sagt ein Beamter. „Wir würden solchen ad hoc Übereinkünften gelegentlich zustimmen, aber jeglichen Versuch, bestimmte Vertragsparagrafen anzufechten, würden wir anders bewerten. Das würde Wolken und Schatten über den ganzen Vertrag ziehen“.

Israel hält sein Urteil über die ägyptischen Wahlen zurück, bis ein neuer Präsident im Amt ist. Derzeit stehen die Beziehungen zu Israel nicht an erster Stelle auf der Agenda des Landes und auch in der vierstündigen Debatte am vergangenen Donnerstag wurde dieses Thema nur kurz angesprochen.

Originalversion: Egypt’s Presidential Hopefuls Declare Israel an Enemy by IPT News, © The Investigative Project, May 11, 2012.

1 KOMMENTAR

  1. Shalom. Einen freidensvertrag mit Ägyten wird es nicht mehr geben.Seit die Moslem-Bruderschaft praktosch das sagen übernommen hat<<wird es eher Krieg als Frieden geben.<< Die terroristische Hamas freut sich schon darauf.
    Shalom und gut schabbat david

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