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Hamas: „Widersetzt euch Trumps Friedensplan“

Mushir al-Masri. Screenshot Facebookvideo

Der Hamas-Vertreter Mushir al-Masri ruft die PLO dazu auf, die Anerkennung Israels zu widerrufen, das Osloer Abkommen aufzukündigen und Trumps Deal abzulehnen.

 

Am Freitag nahmen Tausende palästinensische Araber an Massendemonstrationen in den Städten Beit Lahiya und Al-Marazi im Gazastreifen teil, um für „die besetzte Stadt Al-Quds“ zu demonstrieren und gegen die Entscheidung der Vereinigten Staaten zur Verlegung ihrer Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu protestieren.

Der Hamas-Abgeordnete Mushir al-Masri, der bei den Protesten sprach, verkündete, das palästinensische Volk, das sich mit Revolutionen und Intifadas auskenne, sei bereit für eine weitere Konfrontation zugunsten von Al-Quds und der Al-Aksa. Sie zu schützen, betonte er, stelle eine religiöse, nationale und moralische Verpflichtung dar.

„Der Verzicht auf Al-Quds ist wie die Aufgabe von Mekka und Medina und die Verteidigung der Al-Aksa-Moschee ist gleichbedeutend mit der Verteidigung der beiden Moscheen in Mekka und Medina. Wer die Al-Aksa-Moschee aufgibt, gibt möglicherweise als nächstes die heilige Moschee in Mekka und die Moschee des Propheten in Medina auf“, mahnte Masri.

 

Er rief die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) dazu auf, ihre Anerkennung Israels zurückzunehmen, das Osloer Abkommen aufzukündigen, den diplomatischen Prozess und die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel zu beenden und sich Präsident Donald Trumps sogenanntem „Jahrhundertdeal“ zu widersetzen.

Der PLO-Zentralrat hat sich allerdings bereits im Januar dafür ausgesprochen, die Anerkennung des Staates Israel wieder zurückzuziehen. In einer Abschlusserklärung nach einer zweitägigen Sitzung forderte der Zentralrat, die Anerkennung Israels „auszusetzen“, bis dieses einen Palästinenserstaat anerkenne. Die PLO hatte Israel im Rahmen eines 1993 begonnenen Friedensprozesses anerkannt. Eine Anerkennung Israels als jüdischer Staat, hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas jedoch stets abgelehnt.

Die PLO hatte den Entschluss der amerikanischen Regierung zur Verlegung ihrer Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, die zum 70. Jahrestag der israelischen Unabhängigkeit im Mai erfolgen soll, verurteilt, indem sie erklärte, die USA hätten „sich für die Isolation entschieden und dafür, sich zugunsten der Besatzung vom Frieden zu distanzieren. Sie haben sich für Feindseligkeit gegenüber Arabern und Muslimen in der ganzen Welt entschieden sowie dafür, weitere Spannungen und Unsicherheit in der Region anzufachen.“

Nachdem das Aussenministerium das Datum für den Umzug der Botschaft bekannt gegeben hatte, verurteilte der PLO-Vertreter Saeb Erekat den Entschluss und stellte fest: „Der Entschluss der amerikanischen Regierung, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen und die Nakba (Vertreibung) des palästinensischen Volkes als Termin für diesen Schritt zu wählen, stellt eine eklatante Verletzung internationalen Rechts dar.“