WerteInitiative: Drei Jahre zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland

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WerteInitiative e.V. Vorstand v.l.n.r.: Elio Adler, Lydia Bergida, Daniel Kohn. Foto WerteInitiative
WerteInitiative e.V. Vorstand v.l.n.r.: Elio Adler, Lydia Bergida, Daniel Kohn. Foto WerteInitiative

Vor drei Jahren gründete Dr. Elio Adler in Deutschland die sogenannte „WerteInitiative“. Aus der Bürgerinitiative wurde nun in den letzten Tagen ein „Verein“ mit Sitz in Berlin, der die Gemeinnützigkeit beantragt hat.

 

Als eine zivilgesellschaftliche jüdische Stimme engagiert sich der Verein in vielen öffentlichen Debatten. „Dabei geht es stets darum, die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stärken und sich für die Sicherstellung jüdischer Belange innerhalb der Mehrheitsgesellschaft einzusetzen. Das dient dem Allgemeinwohl Deutschlands und Europas.“ so der Gründer Dr. Elio Adler gegenüber Audiatur-Online.

Elio Adler ist 47 Jahre alt, verheiratet, Vater von 2 Kindern und Zahnarzt in Berlin-Wilmersdorf. Seit seiner Jugend sei er schon politisch aktiv – primär im Bereich „jüdisch-sein in der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft“ und „Israel“. Er sei nicht religiös, sondern „entspannt traditionell“.

„Da wir Juden in den vergangenen Jahrzehnten oft die waren, die Angst vor einem zu starken Staat hatten, müssen wir jetzt kommunizieren, dass wir Angst vor einem zu schwachen Staat haben.“

Über die Motivation, welche ihn zur Gründung der „WerteInitiative“ führten, sagt Adler: „Als 2014 Demonstranten auf dem Kurfürstendamm das Recht auf freie Meinungsäusserung missbrauchten, um ihren Hass gegen Juden und Israel auf unseren Strassen zu verbreiten, haben eine Gruppe von Leuten um mich herum dies als Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, empfunden. Wir sind der Meinung, dass nach wie vor der Staat zu zurückhaltend ist, wenn es um den Schutz der Freiheit gegen solche Hasser geht. Diese Schwäche liegt an den fehlenden Bereitschaft, die Freiheits-Werte, die wir alle teilen konsequent umzusetzen. Da wir Juden in den vergangenen Jahrzehnten oft die waren, die Angst vor einem zu starken Staat hatten, müssen wir jetzt kommunizieren, dass wir Angst vor einem zu schwachen Staat haben.“

In der „WerteInitiative“ gibt es Mitglieder, die nach jüdischen Gesetzen Juden sind und solche, bei denen nur der Vater Jude ist. Ebenfalls nimmt der Verein Menschen auf, die in einer festen Partnerschaft/Ehe mit Juden leben. „Wichtig ist uns, dass der Lebensmittelpunkt in Deutschland sein muss.“ so Adler. Im Vorstand sind zur Zeit Daniel Kohn aus Hannover, Lydia Bergida aus München und Elio Adler als Vorstandsvorsitzender. Man wolle hinsichtlich der Vereinsstruktur möglichst schlank bleiben, betont Adler.

Vor der Bundestagswahl 2017 hat die „WerteInitiative“ die zur Wahl stehenden Parteien angeschrieben und um Stellungnahme zu 8 spezifischen Positionen gebeten. „Unser Positionspapier wurde von sehr verschiedenen Arten jüdischer Deutscher unterschrieben. Vom orthodoxen Rabbiner bis zur Anwältin von der liberalen Kantorin bis zum Immobilienmanager.“ erklärt Elio Adler.

Adler weiter: „Wir singen das gleiche Lied wie der Zentralrat der Juden in Deutschland, aber in einer anderen Tonlage und mit anderer Betonung. Bei uns spielt die Stärkung des Rechtsstaates und seiner freiheitlich-demokratischen Werte eine bedeutende Rolle. Auf den Punkt gebracht geht es um die Frage: Gibt es eine jüdische Zukunft in Deutschland oder nicht?“

Weitere Informationen unter www.werteinitiative.de

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