Jerusalem Demonstration in Schweden im Dezember 2017. Foto Screenshot Youtube / 365TV Dagar Om Året l Göteborg
Jerusalem Demonstration in Schweden im Dezember 2017. Foto Screenshot Youtube / 365TV Dagar Om Året l Göteborg

Der Abgesandte sagt, Stockholm habe der jüdischen Gemeinschaft weder einen angemessenen Schutz noch ein Gefühl der Sicherheit vermittelt.

 

Den schwedischen Behörden ist es nicht gelungen, die jüdische Gemeinschaft des Landes zu schützen, meinte der Botschafter des skandinavischen Landes in Israel nach den jüngsten antisemitischen Vorfällen in Malmö und Göteborg.

Magnus Hellgren äusserte dies in einem Interview für die israelische Tageszeitung Makor Rishon nach dem versuchten Brandanschlag auf die Synagoge in Göteborg und Parolen mit der Aufforderung zur Ermordung von Juden in Malmö. Beide Vorfälle ereigneten sich im Rahmen von Protesten gegen die Entscheidung Donald Trumps vom 6. Dezember, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Bezugnehmend auf die Sorgen einiger schwedischer Juden, beim Tragen einer Kippah auf den Strassen um ihre Sicherheit fürchten zu müssen, sagte Hellgren gegenüber der Zeitung Makor Rishon: „Das ist die Realität der jüdischen Gemeinschaft und ein Versagen, so etwas dürfte man nicht zulassen.“ Darüber hinaus meinte er: „Wenn auch nur ein einziger Jude dieses Gefühl hat, dann haben wir versagt.“

Polizisten, die die Parolen zur Erschiessung von Juden während der Kundgebung in Malmö gehört hatten, wären eingeschritten, so Hellgren, aber die Parolen waren auf Arabisch, und wurden daher von den „Polizisten einfach nicht verstanden“.

Er meinte auch, der schwedische Staat habe den örtlichen jüdischen Gemeinden nicht die Ressourcen zur Verfügung gestellt, die sie für ihre Sicherheit erbeten hätten; dieses Problem werde nun angegangen.

Kritiker der schwedischen Politik gegenüber Israel erheben den Vorwurf, sie legitimiere Angriffe auf Juden. Dazu gehöre auch die Behauptung der Aussenministerin Margot Wallström im Jahr 2015, das Handeln Israels stünde hinter dschihadistischen Terrorangriffen in Frankreich.

„Um der Radikalisierung entgegenzuwirken, müssen wir uns die Situation im Nahen Osten vergegenwärtigen, in der nicht zuletzt die Palästinenser keine Zukunft sehen: Entweder müssen wir eine verzweifelte Lage akzeptieren oder den Ausweg in der Gewalt suchen“, so Wallström in einem Fernsehinterview am Freitagabend zur Ermordung von mehr als 100 Menschen durch Islamisten in einem Pariser Nachtclub. Schweden ist das einzige europäische Land, das den sogenannten Staat Palästina anerkennt.

Hellgren sagte, Schweden betreibe keine antiisraelische Aussenpolitik.

Auf Englisch zuerst erschienen bei The Times of Israel.

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