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Christlich-Arabische Einberufung in die israelische Armee auf dem Vormarsch

Monaliza Abdo, arabische christliche Soldatin, die kürzlich ihren IDF-Dienst beendet hat. Foto zVg

In der arabischsprachigen israelisch-christlichen Gemeinschaft ist eine stille Revolution im Gange: Immer mehr junge Christen entscheiden sich für den Eintritt in die israelische Armee (IDF).

 

von Mara Vigevani/TPS

Der erste christliche Fallschirmjäger-Offizier Shadi Halul, der 1993 entlassen wurde, hat nun eine Vorbereitungsakademie eröffnet, die für Christen bestimmt ist die sich für die Aufnahme in die IDF einsetzen wollen.

Halul, der auch Leiter des Christian IDF Officers Forum und Leiter des Aramaic Maronite Heritage Center ist, sagt, dass israelische christliche Jugendliche sich in die IDF einschreiben sollten, weil sie genau den gleichen Gefahren ausgesetzt sind wie Juden.

„Die Kinder der christlichen Minderheit sind die Kinder der israelischen Gesellschaft, und sie müssen ihren Beitrag leisten, wie alle anderen auch. Wir müssen unsere Grenzen verteidigen“, sagte Halul. „Im August eröffnete ich mit Hilfe des Verteidigungs- und Erziehungsministeriums den ersten Jahrgang der Akademie mit 25 christlichen Studenten und 25 jüdischen Studenten. Sie werden zusammen sechs Monate lang im Kibbuz Ginosar (am Ufer des Kinneret-Sees) studieren und am Ende bereit sein, sich in der Armee zu engagieren“, fügte Halul hinzu.

Die Präsenz christlicher Araber in der IDF ist nicht ganz neu, aber in den letzten Jahren ist die Zahl der israelischen Christen, die der Armee beitreten, gestiegen. In diesem Jahr haben sich erstmals auch christliche Araber aus Ost-Jerusalem angemeldet.

Im Jahr 2017 traten 221 christliche Israelis in die IDF ein, weitere rund 600 haben sich sich für den Zivildienst angemeldet. Zum Vergleich: 2014 waren es nur 84 Soldaten, davor weniger als 50 pro Jahr.

Im September gründete Karmelin Eshkar aus dem Dorf Fassuta nahe der libanesischen Grenze die Organisation „Brit Ahim – Christians Proud to Integrate“, eine Organisation, die arabische Christen ermutigt, sich freiwillig in der IDF, der Grenzpolizei und dem Zivildienst zu engagieren.

„Ich glaube, dass Christen ein Gefühl der Zugehörigkeit zur israelischen Gesellschaft haben“, sagte Eshkar.

Eshkar, die Mutter eines IDF-Soldaten und eines anderen Absolventen des Militärdienstes, sagt, dass sie fest davon überzeugt ist, dass Christen in Israel in Würde leben und volle Rechte und Meinungsfreiheit geniessen. „Deshalb unterstützen wir den Staat Israel: In (anderen Teilen) des Nahen Ostens sind die Bedingungen für Christen viel schlechter“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Tazpit (TPS).

„Brücken zwischen Juden und Christen in Israel und im Ausland bauen“

Amit Barak, 41 Jahre alt, der zusammen mit Eshkar die Brit Ahim Vereinigung gegründet hat, sagt, dass israelische Juden die Beziehungen zur arabischen christlichen Gemeinschaft stärken müssen.

„Über die Rekrutierung hinaus kann dieser Prozess dazu beitragen, Beziehungen zwischen Juden und Christen aufzubauen, die ein wichtiger Teil der israelischen Gesellschaft sind“, so Barak.

„Wir befinden uns inmitten eines historischen Wandels in den Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinschaft und der israelischen Gesellschaft. Mein Verein möchte dazu beitragen, Brücken zwischen Juden und Christen in Israel und im Ausland zu bauen. Es ist sehr aufregend für mich, dieses neue Abenteuer zu beginnen“, sagte Karmelin Eshkar.

Y, ein 20-jähriges christliches Mädchen, das ihren richtigen Namen nicht nennen wollte, beendete vor drei Monaten ihren Militärdienst. Sie teilte mit, dass sie sich wegen ihres „starken Engagements für Israel“ entschieden habe, sich zu melden.

„Jetzt, da ich meinen Dienst beendet habe, fühle ich mich so israelisch wie jeder andere, und ich bin stolz darauf, so viele neue jüdische Freunde zu haben“, sagte sie. „Letztes Jahr war ich zur Weihnachtszeit in der Armee. Ich erinnere mich, dass ich meinen Freunden Schokolade mitgebracht und ihnen die Bedeutung von Weihnachten erklärt habe. Zwei Mädchen aus meiner Einheit kamen sogar zu mir nach Hause, um zu sehen, wie wir feiern.“