Die Hamas stärkt ihre Verbindungen zum Iran und der schiitisch-muslimischen Welt und verschanzt sich im südlichen Libanon, berichtete der Direktor des israelischen Inlandsgeheimdienstes (Schin Bet) Nadav Argaman.

Argaman setzte die Minister während der wöchentlichen Kabinettssitzung darüber in Kenntnis, dass die Anführer der Hamas im Gazastreifen weiterhin eine führende Rolle bei der Förderung terroristischer Aktivitäten in Judäa und Samaria spielen würden, um die Region zu destabilisieren. Er sagte, der Schin Bet habe seit Anfang des Jahres 2017 etwa 200 Terroranschläge vereitelt – davon alleine 70 in den Monaten Juli und August.

„Trotz der relativen Ruhe herrscht eine fragile Sicherheitslage in Judäa und Samaria, die von einer hohen Sensibilität gegenüber religiösen Vorfällen geprägt und von stetig wiederkehrenden Terroranschlägen beherrscht wird (einschliesslich Messerstechereien, bewaffneten Angriffen und Autoanschlägen)“, äusserte sich der Inlandsgeheimdienst in einer Stellungnahme.

Anschläge im Vorfeld der hohen jüdischen Feiertage

Die Zahl der versuchten Terroranschläge war nach dem Mord an zwei Polizisten in der Nähe des Jerusalemer Tempelbergs am 14. Juli angestiegen. Die Behörden erwarten zudem einen erneuten Höhepunkt versuchter Anschläge im Vorfeld der hohen jüdischen Feiertage, die mit Rosch ha-Schana am 20. September beginnen und nach dem Sukkotfest am 12. Oktober enden.

Argaman sagte ausserdem, dass in den drei Jahren seit dem Ende der Operation Protective Edge die ruhigste Zeit der vergangenen drei Jahrzehnte geherrscht habe. Die Hamas sieht sich derzeit strategischen Problemen gegenüber und kann weder den Bewohnern des Gazastreifens politische Erfolge präsentieren noch Lösungen für die zivilen und infrastrukturellen Herausforderungen aufweisen.

Nichtsdestotrotz investiere die Terrorgruppe weiterhin in Ressourcen, um sich auf neue Kampfhandlungen mit Israel vorzubereiten, so Argaman.

Reisewarnungen für Israelis

Am Montag wies das israelische Amt für Terrorismusbekämpfung erneut auf die bestehenden Reisewarnungen für Israelis hin und warnte davor, dass Terroristen in dieser bevorstehenden Zeit der hohen Feiertage vermutlich versuchen würden, Anschläge auf israelische und jüdische Ziele zu verüben.

Das Amt betonte, dass es in seiner Stellungnahme nicht um neue Reisewarnungen ginge. Es handele sich vielmehr um den Versuch, die Öffentlichkeit von „der aktualisierten Situation“ zu unterrichten, die auf Geheimdienstinformationen beruhe, die auf eine „reale Bedrohung“ hindeuteten.

Quellen: Sicherheitsdienste, Agenturen

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