Der Azorim High-Tech Park bei Petah-Tikva. Foto Gellerj , CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Der Azorim High-Tech Park bei Petah-Tikva. Foto Gellerj , CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Eine kleine Auswahl an Innovationen, Erfindungen und neuen Produkten aus Israel, die im Mai und Juni 2017 bekannt wurden. Der ursprüngliche Herausgeber ist Michael Ordman und die Übersetzung ist von Yvaine de Winter. Mit freundlicher Genehmigung von Heplev.

Keine unnötige Chemotherapie mehr
Die Biotechnologiefirma NewStem wurde von Prof. Nissim Benvenisty von der Hebräischen Universität Jerusalem gegründet. Das Unternehmen hat einen Test entwickelt, welcher prüft, ob ein Tumor auf Chemotherapie anspricht oder nicht. Dadurch wird vermieden, dass sich Patienten unnötigen Chemotherapien mit ihren beträchtlichen Nebenwirkungen unterziehen müssen. Da während einer Chemotherapie gesunde, wie auch krebsartige Zellen zerstört werden, ist es besonders schlimm, wenn die gezielten Tumore resistent sind oder werden und die Therapie somit nutzlos ist. Der neue Test kann eine solche Resistenz vorhersagen und so frühzeitig eine alternative Behandlungsmethode ermöglichen.

Eine haploide Zelle links, mit 23 Chromosomen; Eine diploide Zelle auf der rechten Seite, mit 46 Chromosomen. Foto zVg
Eine haploide Zelle links, mit 23 Chromosomen; Eine diploide Zelle auf der rechten Seite, mit 46 Chromosomen. Foto zVg

Porsche investiert Millionen in israelische Autotechnik
Der deutsche Autohersteller Porsche hat bekanntgegeben, dass er siebenstellige Eurobeträge in intelligente Autotechnik-Startups in Israel investiert. „Israel ist ein Schlüsselmarkt für IT-Ingenieure und –Spezialisten. Es hat mehr Start-ups als irgendein anderes Land. Dieses Talent und know-how, zusammen mit der Expertise von Porsche Mitarbeitern, bildet eine exzellente Basis für Wachstum zukünftiger Business-Modelle“, so die Firma. Das Unternehmen plant ein permanentes Büro in Israel zu errichten, welches fortschrittliche Technologien mit Porsche Projekten zusammenführen wird.

Von <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Flyz1" title="User:Flyz1">Jakub "flyz1" Maciejewski</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0">CC BY-SA 3.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59183440">Link</a>
Foto Jakub „flyz1“ MaciejewskiEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Keine Altersblindheit mehr
30% der Menschen über 75 leiden an Netzhautdegeneration, wobei 6-8% von ihnen tatsächlich blind werden. In einem bahnbrechenden Experiment das am Hadassah Hospital in Jerusalem mit embryonalen Stammzellen durchgeführt wurde, ist es gelungen, die Blindheit bei älteren Menschen zu verhindern. Die Forscher verwendeten Stammzellen, um retinale Pigmentzellen in ältere Patienten mit Sehbehinderung zu transplantieren. Wenn sich diese Behandlung als effektiv bestätigt, werden die Zellen zukünftig im Frühstadium der Erkrankung implantiert. So könnten Millionen von älteren Menschen davor bewahrt bleiben, ihr Augenlicht zu verlieren.

Symbolbild Foto CC0 Public Domain
Symbolbild Foto CC0 Public Domain

Schnelle Behandlung für ALS-Patienten
Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität haben den Fortschritt der Lou-Gehrig-Krankheit (ALS) verlangsamt. Hierzu nutzten sie einen Teil eines Krebs- bzw. Autoimmunkrankheiten-Medikaments und bekämpften damit Gliazellen, welche die motorischen Neuronenzellen des Körpers abtöten. Die Aktivität der Gliazellen wurde so gestoppt, was die Wiederherstellung des Immunsystems des Zentralnervensystems ermöglichte und gleichzeitig die Lebenserwartung erhöhte. Auch andere Hirnerkrankungen, wie Alzheimer oder Parkinson, könnten damit behandelt werden.

Illustratives Bild des neurologischen Prozesses der Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auch bekannt als Lou Gehrig-Krankheit verursacht. Foto Screenshot Moovly über YouTube
Illustratives Bild des neurologischen Prozesses der Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auch bekannt als Lou Gehrig-Krankheit verursacht. Foto Screenshot Moovly über YouTube

Bluttest für Lungenkrebs
Israelische Wissenschaftler der in Rehovot ansässigen Firma Nucleix konnten einen neuen Bluttest entwickeln, der Lungenkrebs diagnostizieren kann, lange bevor er sich im Körper ausbreitet. Dadurch werden die Überlebenschancen deutlich erhöht, da die meisten Patienten innerhalb einiger Monaten nach der Diagnose aufgrund der Erkrankung sterben. Der Test untersucht Anomalien in den Bindungen der DNA-Nukleinbase Cytosin. Um die Wirksamkeit des Tests zu untersuchen, wurden zwei Studien durchgeführt mit Patienten, die an Lungenkrebs erkrankt sind und gesunden Personen, die gesund waren aber als Risikopatienten gelten, z.B. Kettenraucher. Die Resultate waren sehr präzise. Die Forscher gehen davon aus, dass der Test in den nächsten zwei Jahren auf den Markt kommt und für Risikopatienten ab 50 eingesetzt werden kann.

Symbolbild. Foto CC0 Public Domain
Symbolbild. Foto CC0 Public Domain

UN-Auszeichnung für israelischen Test für kontaminierte Lebensmittel
Die UN-Organisation für industrielle Entwicklung hat Yarok Technology Transfer unter 330 Mitbewerbern aus 80 Ländern den Preis für „innovative Ideen und Technologie im Bereich Agribusiness“ verliehen. Yarok hat eine schnelle Methode entwickelt, welche innerhalb von 45 Minuten das Vorhandensein von gefährlichen Bakterien in Nahrungsmittel entdecken kann. Ziel des Wettbewerbs war es, die innovativsten Technologien und Ideen im Bereich Agribusiness zur Verbesserung sozio-ökonomischer Bedingungen und der Nahrungssicherheit in Entwicklungsländern zu bestimmen.

Symbolbild. Foto CC0 Public Domain
Symbolbild. Foto CC0 Public Domain

Ihre Kinder im Auge behalten
Barkid hat ein intelligentes Armband auf den Markt gebracht, mit dem Eltern ihre Kinder im Auge behalten können. Das Kind trägt das Armband, und eine App auf dem Smartphone des Elternteils weiss stets, wo sich das Kind aufhält. Barkids Produkt ist nicht GPS-basiert und gibt daher nur sehr wenig Strahlung ab. Barkid CEO Eliav Elhadad sagte, dass ihm die Idee gekommen ist, nachdem die Ortschaft Beer Sheva von einer Rakete getroffen wurde und Eltern in Angst und Bangen ihre Kinder suchen gegangen sind. Dank dem Armband können Tragödien verhindert werden, da ein verlorenes Kind rechtzeitig geortet werden kann.

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