Abdoe Khoulani. Foto Screenshot Youtube
Abdoe Khoulani. Foto Screenshot Youtube

Die Delegation war nach Den Haag gereist, um den Dialog und freundschaftliche Beziehungen zwischen der Jugend der beiden Länder zu fördern. Der Israelische Botschafter sagte: „Diese Worte sind nichts anderes als anti-israelische Hetze, die zu Gewalt führen kann, wie wir leider in Paris, Brüssel, Berlin, Manchester und London erfahren mussten.“ Der Lokalpolitiker hatte sich zuvor auch wiederholt zugunsten des IS geäussert.

Abdoe (Abderrazak) Khoulani, ein muslimisches Ratsmitglied im Stadtrat von Den Haag, beschimpfte eine Gruppe israelischer Gymnasialschüler anlässlich deren Besuch im niederländischen Parlament als „zukünftige zionistische Terroristen, Besatzer und Kindermörder“. Khoulani, Niederländer mit marokkanischer Wurzeln, ist Mitbegründer und Vorsitzender der „Partij van de Eenheid“, neben der Partei „Islam Democraten“, die zweite islamische Partei im Gemeinderat von Den Haag.

Die 28 Mitglieder zählende Delegation bestand aus 16-jährigen Schülern der Hen School for Young Ambassadors. Sie waren vergangene Woche als Gäste des niederländischen Parlamentsmitglieds Kees van der Staaij von der SGP in die Niederlande gekommen.

Abdoe Khoulanis Bemerkungen über die Schüler verursachten einen politischen Aufschrei in den Niederlanden. Zahlreiche Parlamentsmitglieder kritisierten ihn wegen seiner Äusserungen.

Auch der israelische Botschafter in den Niederlanden, Aviv Shir-On, sandte ein scharfes Protestschreiben an die Bürgermeisterin von Den Haag, Pauline Krikke, in dem er schrieb:

„Die 16-jährigen Israelis kamen nach Holland, um freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ländern zu fördern, sich mit niederländischen Jugendlichen zu treffen, den Dialog zu führen und partnerschaftliche Verbindungen aufzubauen. Sie Mörder zu nennen und zu behaupten, sie tragen palästinensisches Blut an ihren Händen, nur weil sie Israelis sind, ist nicht nur skandalös – es ist vollkommen inakzeptabel. Diese Worte sind nichts anderes, als anti-israelische Hetze, die zu Gewalt führen kann, wie wir leider in Paris, Brüssel, Berlin, Manchester und London erfahren mussten.“

Krikke weigerte sich, zu Khoulanis Äusserungen Stellung zu nehmen, obwohl dies nicht das erste Mal ist, dass Khoulani umstrittene Aussagen von sich gab. 2014 demonstrierte der freimütige Ratsherr auch seine Unterstützung für den IS, indem er sagte: „Lang lebe der IS! Wenn es Allahs Wille ist, werden wir nach Bagdad marschieren, um mit dem Gesindel dort abzurechnen.“

Foto Facebook
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Das CIDI (Het Centrum Informatie en Documentatie Israël), das sich für die Überwachung des Antisemitismus in den Niederlanden einsetzt, will rechtliche Schritte gegen Khoulani einleiten.

Shai aus Rishon Lezion, einer der jungen Botschafter und Mitglied der Delegation, sagte: „Es ist enttäuschend festzustellen, dass wir, die Jugend Israels, wenn wir als Delegation ohne politische Interessen kommen, um freundschaftliche Beziehungen zur niederländischen Jugend zu knüpfen, auf eine traurige Barriere aus Antisemitismus und Israel-Hass treffen.“

Quellen: CIDI, Agenturen

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