Für die Newsweek erkennt Jibril Rajoub Israel an; Für die Palästinenser macht Rajoub aus ganz Israel „Palästina“. Foto Facebook.com / Jibril Rajoub
Für die Newsweek erkennt Jibril Rajoub Israel an; Für die Palästinenser macht Rajoub aus ganz Israel „Palästina“. Foto Facebook.com / Jibril Rajoub

Jibril Rajoub, führender Palästinenservertreter und potenzieller Nachfolger von Mahmoud Abbas, veröffentlichte kürzlich einen Artikel im Nachrichtenmagazin Newsweek, in dem er sich selbst als einen Verfechter des Friedens darstellte und vorgab, die Zwei-Staaten-Lösung zu unterstützen.

„Wir in der palästinensischen Führung sind entschlossen, diese Gelegenheit zu nutzen, um die längst überfällige Vision zweier Staaten zu erreichen.“ [Rajoub in Newsweek, 1. Mai 2017] Später schrieb Rajoub: „Wir werden keine andere Lösung als die Zwei-Staaten-Lösung akzeptieren.“

Das Phänomen der „gespaltenen Zunge“ hat Tradition. Jassir Arafat zum Beispiel, hielt am 10.Mai 1994, nur einige Tage nach dem Inkrafttreten des Oslo-Abkommens, gemäss welchem er das Existenzrecht Israels anerkennen und von jeglicher Aufhetzung und Gewalt gegen Israel absehen würde, in einer Moschee in Johannesburg eine Rede, die nur für seine Religionsbrüder gedacht war. Der für seine Friedensbeiträge mit dem Nobelpreis gekürte Arafat machte in diesem geschlossenen Kreis (die Rede wurde trotz Verbot aufgezeichnet) deutlich, dass die Vereinbarung mit Israel ein Täuschungsmanöver sei, ein erster Schritt im „Stufenplan“, nach welchem zu einem späteren Zeitpunkt ganz Israel eingenommen werden würde.

Palestinian Media Watch (PMW) hat nachgewiesen, dass Jibril Rajoub während der letztjährigen palästinensischen Terrorwelle ein aktiver Förderer und Unterstützer des Terrorismus war. Die nachstehende Dokumentation zeigt, dass Rajoubs Behauptung in der Newsweek, ein Unterstützer der „Vision zweier Staaten“ zu sein, sich sehr deutlich von der Botschaft unterscheidet, die er gegenüber den Palästinensern vertritt.

Bei zahlreichen Gelegenheiten hat Rajoub Ehrenplaketten verliehen, auf denen die „Palästina“-Karte der palästinensische Autonomiebehörde (PA) abgebildet ist, die Israels Existenz schlichtweg auslöscht. Stattdessen ist das gesamte Staatsgebiet Israels zusätzlich zu den Gebieten der PA „Palästina“ zugerechnet.

Jibril Rajoub ist Vorsitzender des Obersten Rats der PLO für Jugend und Sport. Als der Rat unter dem Titel „Kenne Dein Heimatland“ ein Jugendcamp veranstaltete, wählte er die PA-Karte, die das gesamte Staatsgebiet Israels beinhaltet, als Motiv für die Camp-T-Shirts. Um sicherzustellen, dass die Teilnehmer des Jugendcamps diese Karte nicht als historische Landkarte aus der Vergangenheit fehlinterpretieren, war die Karte in den Farben der PA-Flagge dargestellt und symbolisierte somit die zukünftige palästinensische politische Gewalt über das gesamte Gebiet. Rajoubs hoher Rat postete ein Bild von der Zeichnung der PA-Landkarte auf ihrer Facebook-Seite.

Text auf dem T-Shirt: „Kenne dein Heimatland 2017“ Foto via PMW, Facebook-Seite des Obersten Rats der PLO für Jugend und Sport, 17. März 2017.
Text auf dem T-Shirt: „Kenne dein Heimatland 2017“ Foto via PMW, Facebook-Seite des Obersten Rats der PLO für Jugend und Sport, 17. März 2017.

Diese Botschaft von Rajoubs Organisation an die jungen Menschen vermittelt ihnen, dass ganz Israel zu ihrem „Heimatland“ gehört und dass sie für die Zukunft erwarten sollen, in einer Welt zu leben, in der das ganze Gebiet Israels zu Palästina geworden ist.

Als Rajoub bei den Islamic Solidarity Games in Baku das „olympische Dorf“ besuchte, überreichte er einem türkischen Vertreter eine Ehrenplakette in Form der PA-Landkarte von „Palästina“. [Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 13. Mai 2017]

Foto Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 13. Mai 2017
Foto Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 13. Mai 2017

Auch der Vorstandsvorsitzende des chinesischen Sportartikelherstellers Peak, Xu Jingnan, erhielt von Rajoub, in dessen Eigenschaft als Vorsitzender des Palästinensischen Olympiakomitees, eine zwei Staaten ausschliessende Karte „Palästinas“. Das chinesische Unternehmen „sponsert die palästinensischen Nationalmannschaften und Vereinigungen, die Mitglieder des Palästinensischen Olympiakomitees sind“.

Foto Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 20. Mai 2017
Foto Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 20. Mai 2017

In seinem Op-ed-Artikel stellte Rajoub weiterhin fest, dass die Grenzen von 1967 die Grundlage der von ihm angestrebten Zwei-Staaten-Lösung sein müssten:

„Diese Vereinbarung muss die nationalen palästinensischen Interessen, einschliesslich folgender Elemente, erfüllen: das zusammenhängende Gebiet eines souveränen, unabhängigen Palästina, einschliesslich Westjordanland und Gaza, mit Ost-Jerusalem als seiner Hauptstadt; die auf der Demarkationslinie von 1967 basierende Grenze mit gleichwertigem Landtausch sowie die angemessene und einvernehmliche Lösung für die seit langem leidenden staatenlosen palästinensischen Flüchtlinge.“ [Rajoub in Newsweek, 1. Mai 2017]

PMW hat allerdings Aussagen von führenden Vertretern der PA sowie Übertragungen im offiziellen PA-Fernsehen dokumentiert, die eine Ideologie ähnlich der von Arafats „Stufenplan“ darlegen. Diese Aussagen sehen einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 nur als den ersten Schritt im Prozess, das gesamte Staatsgebiet Israels einzunehmen. Im Kinderprogramm Die Beste Heimat des PA-Fernsehens wird den Kindern häufig beigebracht, dass „ganz Palästina zu uns zurückkehren wird“ und die palästinensischen Führer beschrieben „Palästina“ immer wieder als ein Land, das sich „vom Mittelmeer bis zum Fluss Jordan“ erstreckt.

In der Newsweek gab Rajoub weiterhin vor, er sei für die „gegenseitige Anerkennung“:

„Die palästinensische Führung glaubt, dass eine auf gegenseitiger Anerkennung beruhende Friedensvereinbarung zwischen Palästina und Israel das Ende des Konflikts und die endgültige Beendigung von Ansprüchen bedeutet.“

Rajoubs redet über „gegenseitige Anerkennung“. PMW hat jedoch aufgedeckt, dass Rajoub sich gleichzeitig hartnäckig gegen die „Normalisierung der Beziehungen“ zu Israel äussert. Er sagte sogar, dass „alle Aktivitäten zur Normalisierung der Beziehungen zu dem zionistischen Feind auf dem Gebiet des Sports ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ seien.

Leider sind Rajoubs Worte in der Newsweek alles andere als ein Spiegel seines eigenen Verhaltens in der Realität.

Weitere Beispiele aus jüngerer Zeit für Rajoub, der mit der PA-Karte auftritt und für Institutionen, denen er vorsteht und die die Landkarte der PA verwenden:

Der Vorsitzende der International Federation of Equestrian Sports, Ingmar De Vos, erhielt im Sitz des Palästinensischen Olympischen Komitees von Rajoub eine Ehrenplakette mit Abbildung der „Palästina“-Karte der PA. Foto Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 15. Mai 2017
Der Vorsitzende der International Federation of Equestrian Sports, Ingmar De Vos, erhielt im Sitz des Palästinensischen Olympischen Komitees von Rajoub eine Ehrenplakette mit Abbildung der „Palästina“-Karte der PA. Foto Facebook-Seite des Sekretärs des Zentralkomitees der Fatah, Jibril Rajoub, 15. Mai 2017
Als Leiter des Obersten Rats der PLO für Jugend und Sport empfing Rajoub eine Delegation der amerikanischen University of Michigan Universität und der arabisch-amerikanischen Universität in Palästina in seinem Büro in der Zentrale des Rats und überreichte ihnen eine Karte von „Palästina“. Foto Offizielle palästinensische Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida, 5. Mai 2017
Als Leiter des Obersten Rats der PLO für Jugend und Sport empfing Rajoub eine Delegation der amerikanischen University of Michigan Universität und der arabisch-amerikanischen Universität in Palästina in seinem Büro in der Zentrale des Rats und überreichte ihnen eine Karte von „Palästina“. Foto Offizielle palästinensische Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida, 5. Mai 2017
Auch Hashem Haidar, Vorsitzender des libanesischen Fussballverbands, erhielt eine Ehrenplakette mit der Abbildung der PA-Landkarte von „Palästina“ von Rajoub. Foto PMW / Facebook-Seite von Jibril Rajoub, 6. März 2017
Auch Hashem Haidar, Vorsitzender des libanesischen Fussballverbands, erhielt eine Ehrenplakette mit der Abbildung der PA-Landkarte von „Palästina“ von Rajoub. Foto PMW / Facebook-Seite von Jibril Rajoub, 6. März 2017
Als Rajoub den libanesischen Minister für Jugend und Sport, Muhammad Fneish, instruierte, liessen sie sich mit einer Karte von „Palästina“ in den Händen fotografieren. Foto Wafa / Facebook-Seite von Jibril Rajoub, 6. März 2017
Als Rajoub den libanesischen Minister für Jugend und Sport, Muhammad Fneish, instruierte, liessen sie sich mit einer Karte von „Palästina“ in den Händen fotografieren. Foto Wafa / Facebook-Seite von Jibril Rajoub, 6. März 2017

Jibril Rajoub besetzt folgende Positionen: Sekretär des Zentralkomitees der Fatah, Vorsitzender des Obersten Rats der PLO für Jugend und Sport, Vorsitzender des palästinensischen Fussballverbands, Vorsitzender des palästinensischen Olympiakomitees und Vorsitzender der palästinensischen Pfadfindervereinigung (PSA).

Quellen: Palestinian Media Watch, Maannews, Wafa, Agenturen

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  • Mark Nu

    Ja, die Fatah und die Palästina-Karte
    – träumen wird man doch wohl noch dürfen …