Israelische Sicherheitskräfte schnappen drei Mitglieder einer Terrorzelle, die zehn bewaffnete Anschläge auf Siedlungen im nördlichen Westjordanland ausgeführt haben sollen. 

Die Sicherheitskräfte verhafteten die drei Palästinenser, die im Verdacht stehen für zehn Schiessereien im vergangenen Monat verantwortlich zu sein. Dabei fanden sie das bei den Anschlägen verwendete M-16 Gewehr, versteckt in einem „Dora the Explorer“-Kinderbett. Dies berichtete die Armee am Donnerstag.

„Diese zynische Nutzung eines Kinderzimmers als Versteck ist uns schon länger bekannt. Es ist nicht das erste Mal und es wird leider auch nicht das letzte Mal sein, dass Waffen in einem Kinderzimmer oder an anderen Stellen versteckt werden, von denen man meint wir würden dort nicht nachsehen“, sagte ein leitender Offizier der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF).

Die Anschläge fanden in den ersten Apriltagen statt. Ziele waren nach Auskunft des israelischen Inlandsgeheimdienstes (Shin Bet) die Siedlungen Shavei Shomron, Hermesh und Shaked im nördlichen Westjordanland, in der Nähe der palästinensischen Städte Jenin und Nablus, sowie fahrende israelische Fahrzeuge und der IDF-Kontrollpunkt Salem.

Bei den Anschlägen wurden keine Personen verletzt, es kam jedoch zu Sachschäden. Laut Shin Bet gaben die Tatverdächtigen im Rahmen der Vernehmung zu, weitere Anschläge geplant zu haben.

Die häufig in der Nacht erfolgten Anschläge „stellten eine ernsthafte Bedrohung für die Zivilbevölkerung und Sicherheitskräfte in der Region Samarien dar“, sagten die Sicherheitsbehörden in einer Stellungnahme.

Die drei mutmasslichen Terroristen wurden am 4. April in der Ortschaft Faham, südwestlich von Jenin, verhaftet. Zwei der Verdächtigen wurden identifiziert als Louie Ahmad Shafik Saabana, 34 Jahre, und sein 26-jähriger Cousin Mahmoud Shafik Saabana. „Aus ermittlungstechnischen Gründen“ konnte der Name des dritten Tatverdächtigen jedoch nicht genannt werden, so der Shin Bet.

Louis Ahmad Shafik Saabana (links) und sein Cousin Mahmoud Shafik Saabana. Foto Shin Bet
Louis Ahmad Shafik Saabana (links) und sein Cousin Mahmoud Shafik Saabana. Foto Shin Bet

Nach Auskunft der Sicherheitsbehörden ist der ältere der beiden Saabanas Anwalt mit Verbindungen zu der Terrorgruppe „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP).

Dennoch, so sagte der leitende Geheimdienstoffizier, haben die Verdächtigen die Anschläge nicht in Namen einer bestimmten Organisation verübt. „Die Untersuchungen laufen noch, aber es sieht so aus, als seien die Gründe für die Taten schlicht und einfach Langeweile und ähnlicher Unfug gewesen. Sie haben keine ernstzunehmende nationalistische oder religiöse Motivation“, sagte der Offizier.

Laut dem Shin Bet hatte einer der Verdächtigen „erwartet, im Laufe der Aktivitäten getötet zu werden und daher ein Testament verfasst, das er bei sich zu Hause aufbewahrte.“

Die Operation zur Lokalisierung und Festnahme der Tatverdächtigen wurde in gemeinsamer Zusammenarbeit von Shin Bet, IDF und der israelischen Polizeidivision im Westjordanland durchgeführt.

Die Schusswaffe befand sich in einem Geheimfach in dem Kinderbett. Die IDF veröffentlichten Fotos vom Versteck der Waffe, äusserten sich jedoch nicht genauer dazu, in welchem der Häuser der Verdächtigen sie gefunden wurde.

Das versteckte M-16 im Kinderbett. Foto Shin Bet
Das versteckte M-16 im Kinderbett. Foto Shin Bet

„Das M-16 befand sich unter dem Bett eines Mädchens, das – wie auf dem Foto zu sehen – mit einer Bettdecke mit „Dora“-Motiv zugedeckt war. Das ist der letzte Ort, den wir als Militärs durchsuchen wollen“, sagte der leitende Geheimdienstoffizier.

Neben dem in dem „Dora the Explorer“-Kinderbett versteckten Sturmgewehr fanden die Sicherheitskräfte an anderen Stellen noch zwei Handfeuerwaffen, gab der Shin Bet bekannt.

Ein IDF-Offizier sagte, der Wert der aufgefundenen Waffen belaufe sich auf mehr als 100.000 ILS (27.600 USD). „Dies waren keine armen Leute“, sagte er.

Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten ausserdem eine Reihe von Fahrzeugen, die im Verdacht stehen, bei den Anschlägen benutzt worden zu sein, liess der Shin Bet verlauten. Nach Angabe der Sicherheitsdienste soll die Anklageerhebung in den kommenden Tagen erfolgen.

Quellen: TPS, Times of Israel, IDF

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  • Mark Nu

    Bettdecke mit „Dora, the Explorer“-Motiv

    Englisch „to explore“, entdecken
    – ja, unter der Bettdecke gab es wirklich was zu entdecken.

    Nun, es wird sich herausstellen, ob exakt diese Waffe für Anschläge benutzt worden war
    – und dann kann ich nur inständig hoffen, dass der zuständige Richter keinerlei
    Gnade wird walten lassen, denn speziell diese Verbrecher verstehen nur eine einzige Sprache!