Mehr als 80.000 Menschen drängten sich am Donnerstag dicht an dicht auf dem Platz vor der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem, um der zweimal jährlich stattfindenden aaronitischen Segenszeremonie beizuwohnen.

Hunderte Angehörige der Priesterklasse, Nachkommen des biblischen Aaron, standen an der Klagemauer und trugen den drei Verse langen Segen (4. Mose, 6: 24-26) vor: Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!

Die Zeremonie, an der die Oberrabbiner David Lau und Yitzhak Yosef, Landwirtschaftsminister Uri Ariel, Rabbiner der Westmauer, Rabbi Shmuel Rabinovitch und andere teilnahmen, beinhaltete zwei Rezitationen des Segensspruchs und endete mit Gebeten für den Staat Israel und die Sicherheit der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und die Sicherheitskräfte.

„Heute haben alle ein grossartiges Gefühl der Einheit verspürt“, stellte Rabinovich fest. „Juden aus Israel und Umgebung und aus der ganzen Welt nahmen teil an … der Pilgerreise [nach Jerusalem] und legten damit ein beeindruckendes Zeugnis für die Verbindung des jüdischen Volkes zu den Ruinen unseres zerstörten Tempels ab. So viele Menschen haben sich versammelt, um mit ihren Händen die Steine an diesem Ort zu berühren. Der inspirierende Anblick von Tausenden Juden, die jeden Zentimeter dieses Platzes ausfüllen, erinnert an uralte Zeiten, als Tausende Pilger hierherkamen, um zu sehen und gesehen zu werden, und natürlich erinnert es viel mehr an den Tempel als an die Zerstörung.“

Die neuzeitliche Zeremonie wurde 1971 aus Anlass des vierten Passahfestes nach dem Sechstagekrieg und zur Feier der Wiedervereinigung Jerusalems von Rabbi Menachem Mendel Gafner ins Leben gerufen. Gafner zitierte eine rabbinische Legende, der zufolge einer Zeremonie, bei der über 300 Priester die Nation neben der Tempelstätte segnen, einzigartige spirituelle Kräfte innewohnen. Die Gottesdienste am Donnerstag wurden von Rabinovitch und Gafners Sohn, Rabbi Mordechai Gafner, zelebriert.

Die Polizei sagte, dass am Donnerstag eine grosse Anzahl von Sicherheitskräften in der Stadt eingesetzt wurden, insbesondere an kritischen Stellen, um „die Ordnung, die Sicherheit und das Wohlergehen der Öffentlichkeit aufrecht zu halten“, sowie die Möglichkeit für alle um Ihr Recht auf Religionsfreiheit und Anbetung auszuüben.

Quellen: TPS, Times of Israel, Agenturen

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