Die berühmte israelische Sängerin Rita, der ehemalige Verteidigungsminister und Parteichef Shaul Mofaz sowie der Schriftsteller Sami Michael haben eines gemein: Sie sind in Iran oder im Irak geboren. Die Liste der Israelis aus Ländern, deren Bürger wegen einer Verfügung von Präsident Donald Trump vorerst nicht in die USA reisen dürfen, liesse sich beliebig verlängern.

Auch Forscher, High-Experten und Abgeordnete der Knesset haben Geburtsorte im Pass stehen, die im Moment gesperrt sind. „Ich konnte kein Auto mieten, kein Hotelzimmer bestellen und keinen Flug buchen“, erzählt ein Israeli, für den die USA plötzlich gesperrt sind.

Die Erfahrung ist nicht ganz neu. Die Sängerin Rita musste nach 9/11 Konzerte in den USA absagen, weil ihr das Visum verweigert wurde. Der 1948 in Teheran geborene Verteidigungsminister Mofaz wurde bei seiner Einreise auf dem Flughafen von New York festgehalten, obgleich er in Washington zu einem offiziellen Besuch eingeladen war.

„Für Israelis halbe Welt gesperrt“

Einreiseverbote sind für israelische Bürger und für jene, die israelische Visa im Pass haben, nichts Neues. Trump hat nur Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien auf seine Liste gesetzt. Für Israelis ist grundsätzlich und seit jeher die „halbe Welt“ gesperrt. Neben den Staaten auf der Trump-Liste kommen noch hinzu: Algerien, Bangladesch, Brunei, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Oman, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere. In manchen Ländern besteht für Israelis akute Lebensgefahr. Und es gibt Gegenden, die Israelis unbedingt meiden sollten. Erst dieser Tage veröffentlichte das Aussenministerium in Jerusalem eine dringende Warnung an Urlauber über „akute Hinweise“ zu geplanten Anschlägen auf der ägyptischen Sinaihalbinsel. Mit Ägypten hat Israel einen Friedensvertrag und es gibt Flugverbindungen. Aber im Sinai herrschen Extremisten, darunter Ableger von El Kaida, die Israel und israelische Urlauber als Zielscheibe benutzten. Dennoch ist Rote-Meer-Küste trotz wiederholter schwerer Terrorattacken weiterhin ein beliebtes Urlaubsziel.

Foto Screenshot Wikipedia
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Der Einreisestopp in den USA betrifft offensichtlich nicht nur Moslems, wie behauptet, sondern genauso Christen und Juden. Auf Anfrage sagte eine Pressesprecherin der amerikanischen Botschaft in Tel Aviv: „Wir haben uns an Washington gewandt, um Aufklärung in dieser Frage zu erhalten, ob der verkündete Bann tatsächlich auch für Israelis gilt, die in den besagten Ländern geboren sind.“

Über Ulrich W. Sahm

Ulrich W. Sahm, Sohn eines deutschen Diplomaten, belegte nach erfolgtem Hochschulabschluss in ev. Theologie, Judaistik und Linguistik in Deutschland noch ein Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien und berichtet direkt aus Jerusalem.

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  • Scheuher

    „Wir haben uns an Washington gewandt, um Aufklärung in dieser Frage zu erhalten, ob der verkündete Bann tatsächlich auch für Israelis gilt, die in den besagten Ländern geboren sind.“
    Die Panik ist nicht angesagt – die Aufklärung ist schon da: https://il.usembassy.gov/message-u-s-embassy-tel-aviv-consular-section/

    „Einreiseverbote sind … für jene, die israelische Visa im Pass haben, nichts Neues.“
    Genau. Deshalb wird seit langem ein israelisches Visum nicht mehr in den Pass eingetragen, sondern stellt ein separates Zettelchen dar.