Vier Tote und zahlreiche Verletzte bei Anschlag mit Lastwagen. Foto Twitter

Ein Lastwagen mit Hebekran fuhr in Jerusalem an der Haas-Promenade in eine Gruppe Soldaten, die gerade aus einem Reisebus ausstieg. Vier Menschen wurden nach Angaben der Rettungsdienste getötet und mindestens 15 zum Teil schwer verletzt.

Der Fahrer des Lastwagens, der beim Attentat erschossen wurde, stammte aus dem benachbarten arabischen Viertel Dschebel Mukaber. Es sei ein „freigelassener Häftling“ gewesen, mit vielen früheren Sicherheitsvergehen. Er habe als Fussballtrainer im Jerusalemer Viertel Beth Safafa gedient.

Telefonisch meldete sich beim TV-Sender Channel 10 der Tourguide Eitan, der die Soldatengruppe durch Jerusalem führen sollte. Er wurde von dem Lastwagen auf den Rasen geschleudert, konnte sich aber wieder aufrichten. Als er sah, dass der Lastwagenfahrer den Rückwärtsgang einlegte, um am Boden liegende Verletzte zu überfahren, war ihm klar, dass es sich nicht um einen „Unfall“ handelte, sondern um einen Terroranschlag. „Ich zückte meine Pistole und leerte mein ganzes Patronenmagazin mit 12 Kugeln auf den Fahrer in der Kabine.“ Erst danach eröffneten auch einige der Soldaten das Feuer.

Aus dem Dorf Dschebel Mukaber sind schon verhältnismässig viele Terroristen gekommen. Darunter Cousins, die den schweren Anschlag auf eine Synagoge im Viertel Har Nof, am anderen Ende Jerusalems, durchgeführt haben, indem sie betende Juden mit Äxten erschlugen. Aus dem gleichen Dorf stammten auch die Attentäter auf die Linienbusse 78 und 12. Bei einem Anschlag wurde ein bekannter amerikanischer Friedensaktivist getötet. Bei dem Anschlag auf die Linie 12 explodierte eine Bombe und tötete nur den Attentäter.

Foto Hillel Maeir/TPS

Die Bewohner des Dorfes sind Bürger Jerusalems, haben einen blauen israelischen Ausweis, aber nicht die israelische Staatsangehörigkeit, weil sie diese nach der Eingemeindung 1967 verweigerten.

Sicherheitskameras haben den Anschlag gefilmt. Zu sehen ist, wie der Lastwagen in eine Gruppe auf dem Bürgersteig stehende Gruppe Soldaten gefahren ist. Auf dem Rasen drehte er einen Kreis, kehrte zurück und überfuhr rückwärts die am Boden liegenden Verletzten.

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Über Ulrich W. Sahm

Ulrich W. Sahm, Sohn eines deutschen Diplomaten, belegte nach erfolgtem Hochschulabschluss in ev. Theologie, Judaistik und Linguistik in Deutschland noch ein Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien und berichtet direkt aus Jerusalem.

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