Ausländische Feuerwehrteams kommen am dritten Tag einer Welle von über das Land fegenden Buschfeuern Israel zur Hilfe. Der Bürgermeister von Haifa forderte geordnete Evakuierungen. Mehrere grosse Wohngebiete mussten geräumt werden, so Polizeichef Micky Rosenfeld. Laut Sicherheitsbehörden wird in einigen Fällen wegen möglicher vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Die Route 443, eine der zwei wichtigsten Schnellstrassen, die von der Küstenebene nach Jerusalem führt, wurde heute morgen geschlossen, da Feuerwehrmannschaften ein neues Buschfeuer in der Nähe der Stadt Modi‘in bekämpften. Weitere Feuerwehreinheiten im Jerusalemer Korridor berichteten, dass sie das Feuer bei Neve Ilan unter Kontrolle hätten, fügten jedoch hinzu, dass starker Wind weiterhin die Flammen in Richtung der Autobahn Jerusalem-Tel Aviv (Route 1) treibt.

Weiter östlich brach in der Nähe des Kibbuz Har El über Nacht ein neues Feuer aus. 20 Feuerwehrteams versuchten mit Unterstützung von Flugzeugen die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Evakuationen
In der Region Binyamin sagten offizielle Vertreter der Feuerwehr, dass weiterhin mehrere Brandherde in der Nähe der Gemeinden Dolev und Salmon aktiv sind, versicherten jedoch gleichzeitig, dass die Feuer unter Kontrolle seien. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mussten über 60 Familien aus Talmon den Ort verlassen, mittlerweile durften jedoch alle wieder in ihre Häuser zurückkehren. Schulen und Kindergärten sind weiterhin geöffnet.

Sechs Feuerlöschflugzeuge aus Italien, Griechenland und Russland sind in Israel angekommen, um dort die örtlichen Feuerwehreinheiten zu unterstützen. Die Flugzeuge werden jedoch vor Freitag nicht für Löscheinsätze bereit sein.

Die Feuerwehr kämpft darum, mit einer Flut von Buschfeuern Schritt zu halten, die überall im Land ausgebrochen sind und von denen viele bereits Wohnhäuser bedrohen. Es wird erwartet, dass starker Wind und trockenes Wetter auch am Donnerstag weiterhin Brände verursachen werden.


Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Tagen um die 220 Feuer im ganzen Land gezählt; den Anfang machte ein Grossbrand in der Nähe von Neve Shalom vor den Toren Jerusalems, der die Gemeinde in den Stunden vor der Dämmerung am Dienstagmorgen dazu zwang, ihre Bürger zu evakuieren.

Ein Sprecher des Notarztdiensts, Magen David Adom, berichtete, dass Rettungsassistenten am Mittwoch landesweit insgesamt 21 Menschen wegen Rauchvergiftungen behandelt hatten.

Premierminister Benjamin Netanyahu besuchte ein Gebiet in der Nähe von Zichron Yaakov, das die Flammen am Mittwoch erreicht hatten, um den Feuerwehrteams vor Ort seine Unterstützung zuzusagen. Er sagte, dass einige der Feuer absichtlich gelegt worden seien.

„Es gibt einige Hinweise auf Brandstiftung“, berichtete Netanyahu in einer Feuerwehr- und Rettungsdienst-Kommandozentrale, wo er vom Minister für öffentliche Sicherheit Gilad Erdan und dem israelischen Polizeipräsidenten Roni Alsheich über die aktuellen Bemühungen zur Eindämmung der Feuer informiert wurde.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, Leben zu retten und ich bitte alle Bürger darum, den Anweisungen der Behörden absolute Folge zu leisten. Unser zweites Ziel ist es, die Feuer zu löschen“, so Netanyahu gegenüber Reportern. Zu den mutmasslichen Brandstiftungen gab er keine weiteren Informationen.

Aufgrund der Verdächtigungen gaben Erdan und Alsheich bekannt, dass sie in bestimmten Bereichen, insbesondere auf Freiflächen in der Nähe von Wohngebäuden, die Polizeipräsenz deutlich verstärken wollten. Das Ziel sei sowohl die Verhinderung weiterer Brandstiftungen, als auch die Früherkennung von Feuern, um ein schnellstmögliches Eingreifen zu gewährleisten.

Quellen: Israeli Police, Times of Israel, Tazpit, Magen David Adom

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