Die Direktion für Internationale Verteidigungskooperation (SIBAT) des israelischen Verteidigungsministeriums will im kommenden Jahr die einzigartigen Cyber-Kapazitäten von Israels Rüstungsgüterindustrie und Militär weltweit fördern.

Vom 14. – 17. November 2016 tagte in Israel die 4. Internationale Konferenz für Homeland Security und Cyber, die neben einem breit abgestützten Programm zu Themen wie Cyberkriminalität und -terrorismus, Schutz von kritischer Infrastruktur oder Risiken und Gefahren einer vernetzten globalen Welt auch mit hochkarätigen Referenten wie Gilad Erdan (Knesset-Abgeordneter und Mitglied von Israels Sicherheitskabinett), Steven Wilson (Chef des Europäischen Zentrums für Cyberkriminalität (EC3) bei EUROPOL) oder Arne Schönbohm (Präsident des Deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)) aufwartete.

Neben zahlreichen israelischen Regierungsbehörden wie dem Aussenministerium, dem Ministerium für Wirtschaft und Industrie, sowie dem Israel Export Institute und der Israel Airport Authority trat auch die Direktion für Internationale Verteidigungskooperation (SIBAT) des israelischen Verteidigungsministeriums als einer der Hauptpartner der Konferenz auf. Gemäss SIBAT nahmen zahlreiche Delegationen aus aller Welt teil, die alle ein Interesse an Israels Sicherheitstechnologien eint, insbesondere mit Blick auf die neusten Entwicklungen im Cyber-Bereich.

Gemäss einer Pressemitteilung teilen alle Partner von SIBAT ein Bedarf nach Cyber-Sicherheitslösungen und zahlreiche Länder streben nach einer Forschungs- und Entwicklungskooperation mit Israel, sowohl mit der Rüstungsindustrie als auch mit dem Verteidigungsministerium. Zudem gäbe es eine grosse Nachfrage für individuelle Sicherheitslösungen, etwa staatlichen Cyberschutz oder Training zur Verteidigung gegen eine Reihe von Cyber-Angreifern.

In Anbetracht dieses Bedarfs, der sich mit der jährlichen Lageeinschätzung von SIBAT deckt, welche die wichtigsten Trends für die Zielgruppen von Israels Rüstungsindustrie identifiziert, hat sich die Direktion dazu entschieden, 2017 als „Israels Jahr für Cyber-Security Export“ zu deklarieren. Dabei soll das israelische Verteidigungsministerium spezielle Bemühungen koordinieren, um die einzigartigen Cyber-Kapazitäten Israels weltweit zu fördern und zu verbreiten.

Gemäss SIBAT-Direktor Brig. Gen (a.D.) Mishel Ben Baruch hat SIBAT bereits spezifische Chancen und Bedürfnisse in über 20 Ländern identifiziert, mit denen Israel über enge Beziehungen verfügt. „Kooperation zwischen Ländern ist notwendig, um Schwachstellen durch Cyberangriffe zu reduzieren oder gar auszumerzen. Die israelische Rüstungsindustrie verfügt über bemerkenswerte Fähigkeiten in Forschung und Entwicklung, sowie Technologie. Einiges davon basiert auf der traditionellen Rüstungsindustrie und wurde für die Cyberwelt adaptiert,“ so Ben Baruch. Er fügt an: „Unsere Firmen verfügen über ein starkes Marketingpotenzial und können ihren Kunden massgeschneiderte und flexible Lösungen anbieten.“

Gemäss einer SIBAT-Umfrage gibt es unter der weltweiten Kundschaft unter anderem das Bedürfnis nach dem Aufbau von speziellen Notfallzentren im Falle von Cyberangriffen, dem Schutz von strategischen Einrichtungen (beispielsweise Kraftwerke und Flughäfen), sowie nach Training und Trainern.

Israel nimmt seit Jahren eine führende Rolle in Sachen Cyber-Security ein. So war es beispielsweise die israelische Firma Check Point, die im Jahr 1994 mit ihrer Firewall-1 Software zum Schutz gegen Angreifern aus dem Internet Pionierarbeit leistete. Zwei Jahrzehnte später verzeichnete das Land einen weltweiten Marktanteil von 8% beim Export von Cyber-Sicherheitslösungen, was dem Verkauf von Sicherheitsprodukten und -angeboten in der Höhe von 6 Millionen US-Dollar entsprach.

Seine führende Rolle im Bereich der Cyber-Security verdankt Israel nicht zuletzt seiner längeren Armeeeinheit 8200, die von Forbes als Israels „secret start up machine“ bezeichnet wurde. Tatsächlich haben ehemalige Mitglieder der Einheit zahlreiche Cyber-Tech-Unternehmen gegründet, darunter beispielsweise auch Check Point.

Und nicht nur SIBAT scheint bemüht zu sein, 2017 tatsächlich zu dem Exportjahr für Cyber-Lösungen zu machen. Bereits Ende Januar wird CYBERTECH 2017 in Tel Aviv stattfinden, gemäss Veranstaltern die bedeutendste Messe für Cybertechnologie ausserhalb den USA.

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