Ein Mitarbeiter von IsraAID bei der Ausgabe von Hilfsgütern an haitianische Kinder am 7. Oktober. Foto IsraAID / Facebook

Die Israelis hatten es nicht weit, als es galt, der Bevölkerung Haitis schnelle Hilfe zu leisten, nachdem Hurrikan Matthew in einer Welle der Zerstörung über die Insel gefegt war. Der Grund dafür war, dass sie schon vor Ort waren.

von Abigail Klein Leichman

Ein Team der gemeinnützigen Organisation IsraAID ist bereits seit über sechs Jahren in Haiti, wo es unmittelbar nach dem Erdbeben im Januar 2010 eintraf, um bei den Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten zu helfen.

„Unser Team kümmert sich um die Verteilung von Nahrungsmitteln und Wasser im Gebiet von Port-au-Prince“, erklärte Media Director und Leiter des Notfallteams Mickey Noam-Alon am vergangenen Wochenende, als die Zahl der Toten in Haiti auf nahezu 900 Opfer anstieg.

Hurrikan Matthew, der mit mehr als 230 Stundenkilometern und sintflutartigen Regenfällen über die Insel fegte, zerstörte am 3. und 4. Oktober Häuser und ganze Dörfer sowie Strassen, Brücken und sonstige Infrastruktur. Die Regierung und UN-Vertreter schätzen, dass um die 350.000 Haitianer dringend Hilfe und Unterstützung benötigen.

IsraAID und der lokale Partner Prodev waren die ersten, die mit Nahrungsmitteln und Wasser für Hunderte von Kindern und deren Familien vor Ort in Cite Soleil waren, „einer dicht besiedelten und extrem ärmlichen Gemeinde in Port-au-Prince“, berichtete Noam-Alon.

„Das Bisschen, das wir hatten, ist aufgebraucht“, sagte ein Pastor, der in Cite Soleil in einer lokalen Schule arbeitet, die als Notunterkunft für die Bewohner dient. „Dank der Spenden von IsraAID war ich in der Lage all diese Kinder in den letzten zwei Tagen mit Lebensmitteln zu versorgen.“

Natalie Revesz, die Landesverantwortliche von IsraAID in Port-au-Prince, berichtete: „Sobald der Regen nachgelassen hatte, legten wir los und begannen damit, unsere Pflegeeltern und die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, zu kontaktieren, um das Ausmass der Zerstörung und die Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln. Wir stellten Vorräte und Versorgungsgüter zusammen, da viele Menschen obdachlos geworden waren.“

Nur zwei Monate zuvor hatte MASHAV, Israels Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit des Aussenministeriums, eine neue Ladung mit medizinischen Versorgungsgütern zur Neuausstattung der Traumastation geschickt, die sie vor drei Jahren in einem der grössten Krankenhäuser Haitis eingerichtet hatte.

Verwüstung in Haiti nach Hurrikan Matthew, Oktober 2016. Foto IsraAID
Verwüstung in Haiti nach Hurrikan Matthew, Oktober 2016. Foto IsraAID

„Wir ermitteln und prüfen den aktuellen Bedarf nach der neuen Katastrophe und werden dann entscheiden, auf welche Weise wir die Hilfsmassnahmen unterstützen werden“, so Botschafter Gil Haskel, Leiter der MASHAV.

Israel verfügt über keine residierende Botschaft in Haiti. Noam-Alon berichtet, dass IsraAID derzeit seine Aktivitäten mit den haitianischen Behördern und Partnern vor Ort koordiniert, um die Menschen mit dem dringendsten Bedarf an Notversorgung, wie Nahrungsmitteln, Trinkwasser und grundlegenden Hygieneartikeln, zu erreichen.

„Unsere Gedanken sind bei unserem Team, den Freiwilligen, Partnern, Gemeinschaften und allen Menschen in Haiti, mit denen wir nun schon mehr als 6 Jahre mit Stolz zusammenarbeiten“, postete IsraAID auf seiner Facebookseite. „Wir wünschen Haiti, dass es auch angesichts dieses Sturms stark bleibt und das Ganze sicher übersteht. IsraAID steht fest an der Seite Haitis und unsere Notfallteams, sowohl die vor Ort, als auch die international agierenden, sind bereit zu reagieren, wenn sich die Notwendigkeit ergeben sollte.“

Auf Englisch zuerst erschienen bei Israel21c.

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