Ökumenischer Rat der Kirchen, Zentralkomitee Meeting. Foto ÖRK

Der Ökumenische Rat der Kirchen/Weltkirchenrat (ÖRK) fällt wieder einmal in alte Verhaltensmuster zurück. Die Dachorganisation von weltweit ungefähr 350 orthodoxen und protestantischen Kirchen – ehemals vom KGB unterwandert und zu einem anti-westlichen Sprachrohr umfunktioniert – arbeitet daran, die Legitimität des jüdischen Staates in den Köpfen von Christen auf der ganzen Welt zu unterminieren.

von Dexter Van Zile

Jedes Jahr im September veranstaltet der ÖRK eine „Weltwoche für Frieden“, bei der die Arbeit zweier dem Rat angeschlossener Organisationen im Mittelpunkt steht – das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) und das Ökumenische Forum für Israel/Palästina (PIEF).

Erstgenannte Organisation besteht aus Aktivisten, die ins Westjordanland reisen und dort Fotos und Stories über israelische Juden zusammentragen, die sich schlecht nenehmen; die zweite Organisation besteht aus religiösen Anführern, die unter dem Deckmantel von Theologie und Liturgie anti-israelische Polemik verbreiten.

In diesem Jahr beinhaltet das Werbematerial der „Weltwoche für Frieden“ ein Gedicht mit der Anfangszeile: „Die Zeit ist reif für Palästina“. Darin wird verkündet, dass es an der Zeit für Frieden zwischen den Israelis und den Palästinensern sei, allerdings werden in dem Text nur die Aspekte des Konflikts hervorgehoben, an denen man Israel die Schuld geben kann, nicht aber den Palästinensern.

In dem Gedicht werden die Sicherheitsgrenze und die israelische Zerstörung von Häusern verurteilt und es wird gefordert, dass im Westjordanland lebende Israelis nach Israel zurückkehren sollen. Was in dem Text jedoch nicht erwähnt wird, sind die von jungen Palästinensern verübten Messerangriffe, die im palästinensischen Fernsehen gesendeten Hetzreden und auch nicht die Äusserungen palästinensischer Führungspersönlichkeiten darüber, dass die Juden kein Recht hätten, in Israel zu leben oder ihre „dreckigen Füsse“ auf den Tempelberg zu setzen.

Als weiteren Bestandteil des Werbematerials gibt es auch noch ein Gebet von Michel Sabbah – dem palästinensischen Christen, auf den stets Verlass ist, wenn es darum geht, die christlichen Schriften so zu verdrehen, dass sie Israel aufs Bösartigste angreifen. In Sabbahs Weltbild sind es nie die Palästinenser, die etwas Schlechtes tun, und Schuld an allem haben immer nur die Israelis. In seinem jüngsten Gebet verurteilt Sabbah die Sicherheitsbarriere und die Kontrollpunkte. An keiner Stelle erwähnt er jedoch die jungen Palästinenser, die in den Strassen Jerusalems schwangere Frauen niedergestochen oder schlafende Frauen und Kinder in ihren Betten überfallen haben.

Darüber hinaus hat der ÖRK ausserdem eine Online-Fotoausstellung produziert, die den Kirchen vor Ort vorgeführt werden soll. Im Mittelpunkt jedes der 15 Fotos stehen die negativen Auswirkungen der israelischen Sicherheitsmassnahmen auf die Palästinenser. Sie zeigen Palästinenser, die in langen Schlangen am Kontrollpunkt zwischen Bethlehem und Jerusalem anstehen; einen Israeli und einen Palästinenser, die auf den verschiedenen Seiten einer Betonmauer in Hebron entlanggehen und einen Palästinenser (erwartungsgemäss als „Jugendlicher“ tituliert), der sein Hemd hochzieht, um einem israelischen Soldaten zu zeigen, dass er nicht bewaffnet ist. Es gibt jedoch keinerlei Aufnahmen von jungen Palästinensern, die Steine oder Brandbomben auf Autos werfen, keine Fotos von Israelis, die vor Messerattacken flüchten und auch keine von Israelis, die mit Raketen beschossen werden. Das Ganze ist eine offensichtliche und unlautere Unterlassung seitens einer Organisation, deren vermeintliche Intention der „Friedenschluss“ ist. Wenn man die Wahrheit über den Konflikt nicht aussprechen kann, dann kann man auch nicht erwarten, bei seiner Beendigung eine Rolle zu spielen.

Wenn dem ÖRK und seinen Aktivisten und Verbündeten im Heiligen Land die Förderung des Friedens ein ernstes Anliegen wäre, so könnten sie den palästinensischen Terror verurteilen, sie könnten die Beschimpfungen, mit denen Mahmoud Abbas und seine „gemässigte“ Fraktion die Israelis überhäufen, missbilligen und vielleicht sogar die Kriegsverbrechen der Hamas ins Zentrum ihrer Kritik stellen.

Und trotzdem darf man sich jetzt keine falschen Hoffnungen machen, denn der Grundsatz des ÖRK ist nach wie vor, den Palästinensern alles nachzusehen, während man an Israel kein gutes Haar lässt. Die Organisation unterstützt die Gründung eines palästinensischen Staats ohne auch nur den geringsten Gedanken daran zu verschwenden, ob die aktuellen politischen Eliten im Westjordanland und dem Gazastreifen auch tatsächlich in der Lage sind, verantwortungsvoll zu regieren. Allen Anzeichen nach sind sie das nämlich nicht, aber das wäre dann ja nicht das Problem des ÖRK – nur das von Israel.

Vielleicht wird der ÖRK ja nächstes Jahr zur Vernunft kommen und eine einwöchige Kampagne unterstützen, um die Ermordung und Ausrottung religiöser Minderheiten in Ländern mit muslimischer Mehrheit im gesamten Nahen Osten in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit zu stellen.

Allerdings würde ich darauf nicht wetten.

Auf Englisch zuerst erschienen bei The Algemeiner.

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  • Political Incorrect

    Endzeit!
    Auch diese „Organisation“ ist von den Freimaurern längst unterwandert worden. Wer ist denn der „Fürst dieser Welt“?: Es ist Satan persönlich und er tarnt sich als ‚Engel des Lichts‘ (vgl. ‚Illuminati‘). Er hat unzählige Helfershelfer in dieser kaputten Welt. Nur geistlich total Blinde können diesen Weltkirchenrat noch ernst nehmen…! Einfach nur irre.

  • Bettina Knust

    Kleine Richtigstellung: Michel Sabbah ist seit 2008 nicht mehr im Amt. Außerdem ist er katholisch (genannt: lateinisch), die Katholische Kirche gehört dem ÖKR nicht an.