Kostenlose Augen-OPs, AIDS- und Malaria-Prävention, Krebsvorsorgeuntersuchungen, Gerätespenden und öffentliche Gesundheitsaufklärung sind nur einige der von Israel eingesetzten Hilfsmassnahmen.

Von Abigail Klein Leichman

Das 2014 in Westafrika grassierende tödliche Ebolavirus verbreitete weltweit Panik und Schrecken. In dieser Situation reichte Israel nicht nur eine helfende Hand, sondern es wurde auch von der Kommission der Afrikanischen Union als grösster Pro-Kopf-Geber im Kampf um die Verhinderung und die Ausbreitung von Ebola gewürdigt.

MASHAV, Israels Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit des Aussenministeriums, spendete Schutzanzüge an die Truppen der Afrikanischen Union in Äthiopien, sandte Gesundheitsexperten und Spezialisten für Infektionskrankheiten in sechs Krankenhäuser in Kamerun, um dort das Personal zu schulen. Weiter schickte MASHAV Tonnen von Versorgungsgütern, darunter drei mobile Ebola-Behandlungseinheiten, in die betroffenen Länder. Diese wurden jeweils von israelischen Technik- und Medizinfachkräften begleitet.

Die Freiwilligenorganisation IsraAID veranstaltete in Sierra Leone Fortbildungen zum Thema Infektionsschutz und dem Umgang mit dem Stress, der durch die verbreitete Angst vor dem Virus und den Überlebenden der Krankheit verursacht wird.

Liberias Senatspräsident Armah Zolu Jallah reiste nach Israel, um sich für die Hilfe bei der Bekämpfung eines lebensbedrohlichen Ebola-Ausbruchs zu bedanken.

In diesem Jahr lieferte MASHAV Notfall-Schutzausrüstungen an Kamerun, um bei der Bekämpfung der Ausbreitung einer Vogelgrippe-Epidemie zu helfen, von der das Land heimgesucht wurde.

Zu den zahlreichen humanitären Einsätzen im Gesundheitsbereich, die sowohl von israelischen Regierungsorganisationen als auch von NGOs durchgeführt werden, zählen kostenlose Augenoperationen und Programme zur AIDS-Prävention, Gebärmutterhalskrebs-Screenings und medizinische Notfallversorgung, Malaria-Prävention, der Einsatz von Klinikclowns sowie öffentliche Gesundheitsaufklärung.

Die 2007 von dem israelischen Geschäftsmann Nati Marcus gegründete Organisation Eye from Zion schickt regelmässig erstklassige israelische Augenärzte mit in Israel entwickelten mobilen Operationssälen in die entferntesten Winkel der Welt, um kostenlos Augenoperationen bei Grünem Star und anderen schwerwiegenden Erkrankungen des Auges durchzuführen.

Bislang erfolgten Einsätze in Aserbaidschan, China, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Kirgisistan, Vietnam, Myanmar, Mikronesien, auf den Marshallinseln, den Malediven und in Nepal. Ausserdem bilden die Israelis vor Ort Ärzte in innovativen medizinischen Verfahren aus.

Zu Jahresbeginn wurden am Weltkrebstag bei Hunderten von Frauen in Kenia Vorsorgeuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs durchgeführt. Dabei kamen 20 sogenannte Enhanced Visual Assessment (EVA)-Systeme zum Einsatz, die von dem in Tel Aviv ansässigen Hersteller MobileODT gespendet wurden. Um die EVAs einsetzen zu können, bedarf es lediglich eines Mobiltelefons und einer Internetverbindung. MobileODT hat ausserdem bereits mit Gemeinden in den Vereinigten Staaten, Haiti, Guatemala, Botswana, Nepal, Afghanistan und Mexiko zusammengearbeitet.

Im Bereich AIDS-Prävention arbeitet Dr. Zvi Bentwich, Direktor des Center for Emerging Tropical Diseases and AIDS an der Ben-Gurion-Universität des Negev, bereits während seiner gesamten beruflichen Laufbahn an der Bekämpfung verbreiteter parasitärer Infektionen, die zur Verbreitung von AIDS und Tuberkulose-Epidemien in Afrika beitragen.

Im Rahmen des gemeinsam mit der Hadassah Medical Organisation ins Leben gerufenen Programms Operation Abraham des Jerusalem AIDS Project wurden Millionen Menschen in Lateinamerika, Asien, Afrika und Osteuropa über AIDS-Prävention und die Praxis der männlichen Erwachsenenbeschneidung aufgeklärt, die die Ansteckungsgefahr massgeblich verringern soll.

In diesem Jahr gab die Weltgesundheitsorganisation bekannt, dass die nicht-operative Beschneidungsvorrichtung PrePex aus Israel im Rahmen ihres AIDS-Präventions-Programms allen männlichen Teenagern in 14 Schwerpunktländern in Süd- und Ostafrika zur Verfügung gestellt wird. 

Know-how im öffentlichen Gesundheitswesen

Seit 1961 wurden circa 1.000 Gesundheitsfachkräfte aus nahezu 100 Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, Europas und Nordamerikas zu den Themen Kinder- und Müttergesundheit sowie psychische Gesundheit geschult und sogar zu Klinikclowns ausgebildet. Diese Schulungen erfolgten durch das staatlich finanzierte Community Oriented Primary Care Program der Braun School of Public Health and Community Medicine an der Hebräischen Universität von Jerusalem.

Prof. Yehuda Neumark von der School of Public Health weiht ein Projekt in Kathmandu ein. Foto zVg
Prof. Yehuda Neumark von der School of Public Health weiht ein Projekt in Kathmandu ein. Foto zVg

Von ländlichen Zulu-Dörfern bis nach Kathmandu, so stellte der Dekan der Braun School, Prof. Ora Paltiel, fest „fördern unsere Lehrpläne interdisziplinäre Konzepte für die öffentliche Gesundheit und bereiten die nächste Generation von Wissenschaftlern, Praktizierenden und Lehrenden vor, um auf Klinik-, Dorf-, Stadt-, Regions-, Landes- und globaler Ebene die komplexen Herausforderungen der öffentlichen Gesundheit effektiv anzugehen.“

Im Dezember veranstaltete die Braun School eine internationale Konferenz für Malaria-Experten, an der Vertreter aus Gabun und Sansibar teilnahmen, um eine neue Strategie für die afrikanischen Länder zu erarbeiten.

Malaria, die ein schwerwiegendes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt, ist ein Forschungsschwerpunkt mehrerer israelischer Wissenschaftler. Dr. Alberto Bilenca von der Ben-Gurion-Universität des Negev erhielt einen Zuschuss von der Bill & Melinda Gates Foundation für die Mitentwicklung eines Bildgebungssystems für Mobiltelefone zur Diagnose und Überwachung von Malaria, das sich derzeit in der finalen Testphase befindet. Ron Dzikowski, Professor an der Hebräischen Universität, erhielt ebenfalls Fördergelder der Gates-Stiftung für die Arbeit seines Teams an der Aufdeckung der genetischen Mechanismen, die dem Malaria-übertragenden Parasiten ermöglichen, das Immunsystem zu umgehen. Damit schufen sie die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapien und Impfstoffe. 

Einmalige Gesundheitsinitiativen

Zusätzlich zu fortlaufenden Programmen leistet Israel anderen Ländern auch bei Bedarf schnelle Hilfe auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung.

So entsandte beispielsweise die MASHAV zwei Experten für Neugeborenenmedizin nach Turkmenistan, um vor Ort lokale medizinische Fachkräfte in der grundlegenden Versorgung Neugeborener sowie neonataler Reanimation zu schulen. Nach dem Kurs, der von der israelischen Botschaft in Turkmenistan in Zusammenarbeit mit UNICEF-Turkmenistan durch MASHAV organisiert worden war, spendeten die Israelis zwei der mitgeführten Reanimationspuppen, um die fortlaufenden Schulungen zu erleichtern.

Israelische Experten für Neugeborenenmedizin in Turkmenistan. Foto zVg
Israelische Experten für Neugeborenenmedizin in Turkmenistan. Foto zVg

Neonatologen vom Soroka University Medical Center in Be’er Scheva besuchten Kumasi in Ghana, um die Effektivität zweier Neugeborenenstationen zu beurteilen, die sie dort 2011 aufgebaut hatten, um die hohe Kindersterblichkeit in der Stadt zu senken. Ihr Ziel ist es, dieses Modellprojekt reproduzierbar zu machen und es auch in anderen Ländern Schwarzafrikas einzuführen.

Im Juli widmete der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu eine in Israel erbaute Notfall-Traumastation im Mulago Hospital in Kampala im Gedenken an seinen Bruder Jonathan und andere Getötete, die 1976 bei dem Einsatz der Antiterroreinheit auf dem Flughafen in Entebbe zu Tode gekommen waren. Die Station, die von der MASHAV modernisiert und überholt wurde, dient als offizielles Referenzkrankenhaus für Uganda.

Das landesweite freiwillige First-Responder-Netzwerk United Hatzalah of Israel schult Freiwillige in mehreren Ländern in der Umsetzung des gemeinschaftsbasierten Modells, bei dem Menschen in medizinischen Notfallsituationen innerhalb von drei Minuten erreicht werden können. Die Schulungen finden in den Vereinigten Staaten, Panama, Argentinien, Brasilien, Litauen und Indien statt.

Der Gründer von United Hatzalah Eli Beer mit der ersten Abschlussklasse von Freiwilligen "First- Responders" in Jersey City, New Jersey. Foto Yadin Goldman
Der Gründer von United Hatzalah Eli Beer mit der ersten Abschlussklasse von Freiwilligen „First- Responders“ in Jersey City, New Jersey. Foto Yadin Goldman

In Taipeh übergab MASHAV für die Behandlung von über 200 Opfern einer schweren Explosion in einem Erlebnisbad im Juni 2015, von denen die meisten schwere Verbrennungen erlitten hatten, zwei Hauttransplantations-Vorrichtungen aus dem Sourasky Medical Center in Tel Aviv an lokale Krankenhäuser.

MASHAV schickte ausserdem zwei israelische Experten zur Durchführung einer 3-tägigen Schulung für ukrainische Krankenschwestern und -pfleger, die in Krankenhäusern und Notfalleinheiten in Konfliktregionen eingesetzt sind, und organisierte seinen dritten medizinischen Einsatz in Kamerun zur Durchführung von Impfungen und medizinischer Beratung für 500 Einwohner und Flüchtlingskinder in der Kleinstadt Batouri.

Darüber hinaus nimmt MASHAV regelmässig medizinisches Fachpersonal aus Entwicklungsländern für Schulungen und Fortbildungskurse bei sich auf.

Auf Englisch zuerst erschienen bei Israel21c.

Diesen Beitrag teilen
  • 31
  •  
  •  
  •  
  • 1
  •  
  •  
  •  
  •