Jerusalemtag 2016. Foto Hillel Maeir/TPS
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Am Sonntag bevölkerten Tausende die Strassen von Jerusalem, um den Jerusalemtag mit Tanz, Zeremonien und Paraden zu feiern, die in der gesamten Stadt und insbesondere in der Altstadt stattfanden.

von Michael Zeff/TPS

Der Jerusalemtag wird in Israel als Nationalfeiertag betrachtet und zieht tausende Besucher aus dem ganzen Land und der Welt an, da er an die Befreiung der Jerusalemer Altstadt von der jordanischen Militärherrschaft während des Sechs-Tage-Krieges erinnert.

Tausende junger Israelis nahmen an der Flaggenparade teil, die eines der berühmtesten und umstrittensten Ereignisse des Tages ist. Die Flaggenparade ist eine 25 Jahre alte Tradition der NGO „Am KeLavi“, bei der tausende jüdische Jugendliche mit israelischen Flaggen durch die Altstadt von Jerusalem marschieren.

Die in Jerusalem ansässige NGO „Ir Amim“ beantragte beim israelischen obersten Gerichtshof dieses Jahr eine Änderung des Streckenverlaufs der Parade, sodass sie nicht durch das muslimische Viertel führen würde.

Foto Inbal Reuveni/TPS
Foto Inbal Reuveni/TPS

„Die zeitliche Nähe des Marsches zum Ramadan in diesem Jahr ist besonders beunruhigend, da die Bewohner des muslimischen Viertels sich nicht auf ihren wichtigsten Feiertag vorbereiten können. Dies ist ein brutaler und aggressiver Akt, der das Potential hat, zu erneuter Gewalt zu führen”, stellte „Ir Amim“ in ihrem Antrag fest.

Das oberste Gericht wies den Antrag zurück, machte den Marschierern und der Jerusalemer Bezirkspolizei jedoch verschiedene Auflagen.

„Wir haben die Höhe der Flaggen beschränkt, die durch die Altstadt getragen werden können. Darüber hinaus haben wir alle Objekte konfisziert, die für Vandalismus genutzt werden könnten. Die Veranstaltung wird von 1.200 Polizisten überwacht und gesichert”, meinte der Befehlshaber der Jerusalemer Bezirkspolizei Yoram HaLevi.

Der oberste Gerichtshof entschied ferner, dass die Parade das muslimische Viertel um 19:00 Uhr, also eine Stunde vor Beginn des Ramadan, verlassen musste.

Laut der Jerusalemer Bezirkspolizei endete die Veranstaltung erfolgreich und ohne besondere Zwischenfälle, obwohl zwei jüdische Minderjährige von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden, da sie mutmasslich Arabern rassistische Beleidigungen zugerufen hatten.

Einhundert israelische Aktivisten der „Tag Meir“-Organisation folgten dem Streckenverlauf der Flaggenparade in der Altstadt und hielten eine separate „Blumenparade” ab, bei der sie den arabischen Bewohnern der Altstadt Blumen als Zeichen des Friedens und der Koexistenz überreichten.