Fatah ehrt 24-fachen Mörder des Flughafen-Anschlags von 1972

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Der japanische Terrorist Kozo Okamoto vor dem israelischen Gericht. Foto Cohen/GPO
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Palestinian Media Watch (PMW) berichtete vor einigen Tagen, dass Mahmoud Abbas‘ politische Partei Fatah den japanischen Terroristen Kozo Okamoto für seine Rolle bei dem Terroranschlag auf den israelischen Flughafen Lod (heute Ben Gurion) in Tel Aviv im Jahr 1972 geehrt hat.

Kozo Okamoto zählte zu einer kleinen terroristischen Gruppe, die sich Nihon Sekigun, Japanische Rote Armee, nannte und mit einem Schlag weltweites Aufsehen erregte. Wie die taz im Jahre 2012 schrieb, inszenierte die Gruppe mit dem Attentat den ersten Selbstmordanschlag des modernen Terrorismus und die drei Japaner wurden mit dem Massaker zum Vorbild für Palästinenser, Araber und Dschihadisten in der ganzen Welt.

Am 30. Mai 1972 übten Takeshi Okudaira, Yasuyuki Yasuda und Kozo Okamoto – Mitglieder der Japanischen Roten Armee, die von der palästinensischen Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) angeheuert worden waren – einen Terroranschlag am israelischen Flughafen von Lod (Tel Aviv) aus. Die Terroristen warfen Handgranaten und schossen um sich, wobei sie 24 Personen (8 Israelis und 16 ausländische Touristen) töteten und über 70 verwundeten. Okudaira und Yasuda wurden während des Anschlags getötet, Okamoto hingegen wurde festgenommen und zu drei Mal lebenslänglich verurteilt. Nach nur 13 Jahren im Gefängnis wurde er jedoch im Mai 1985 im Zuge des Jibril-Abkommens freigelassen, als Israel 1’150 palästinensische Gefangene, darunter terroristische Mörder, für drei israelische Soldaten austauschte, die von der Terrororganisation PFLP als Geiseln genommen worden waren.

Screeenshot Fatah Facebook Seite. Foto PMW
Screeenshot Fatah Facebook Seite. Foto PMW

Die Reaktion der Fatah auf den neusten Bericht von Palestinian Media Watch war die umgehende Veröffentlichung zweier Folgebeiträge „als Antwort auf die israelischen Medien“.

„Israelis müssen unser Land verlassen“

In den neuen Beiträgen wiederholte die Fatah, dass sie den 24-fachen Mörder als Helden betrachte. Sie fügte hinzu, dass die Israelis, damit es Frieden gebe, das verlassen müssten, was die Fatah als „unser Land“ bezeichnet – ein Ausdruck, mit dem sie sich normalerweise auf das gesamte Israel bezieht. Wie PMW berichtete, ist es die Politik der PA, Israel das Existenzrecht in allen Teilen Israels abzustreiten. Mahmud Abbas selbst spreche von ganz Israel als „Besatzung“. Auszug von der offiziellen Facebook-Seite der Fatah, 18. Mai 2016:

„Als Antwort auf die israelischen Medien [d. h. Bericht der PMW]:

44 Jahre sind seit der Operation am [israelischen] Flughafen Lod vergangen. Wir segnen den japanischen Krieger, den Kameraden Kozo Okamoto, Held der Operation [d. h. Terrorangriff, bei dem 24 Menschen getötet und 70 verletzt wurden] am Flughafen Lod. 

Die Fatah-Bewegung ist stolz auf alle, die sich ihr und der palästinensischen Revolution angeschlossen haben, die für die Freiheit des palästinensischen Volkes kämpft. Wir sind stolz auf jeden Kämpfer, der sich unserer mächtigen Revolution angeschlossen hat. Wenn Israel Frieden will, sollte es unser Land verlassen und wir werden friedlich leben, denn es [Israel] ist das letzte besetzte Land der Welt.“