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Pro-palästinensische „Inspektoren“ wollen keine israelischen Produkte in niederländischen Supermärkten

Pro-palästinensische „Inspektoren“. Foto DoCP/Twitter

Mitglieder der pro-palästinesischen Bewegung „Diensten Onderzoek Centrum Palestina“ (DocP) (Untersuchungsdienst Zentrum Palästina) haben in den Niederlanden dutzende Supermärkte besucht, um israelische Produkte zu registrieren und zu deren Boykott aufzurufen.

Unter anderem in Amsterdam, Rotterdam, Groningen, Leiden und Den Haag suchten Gruppen von sechs bis acht sogenannten Inspektoren in Supermärkten systematisch nach Produkten, aus dem Westjordanland, respektive Judäa und Samaria und das Label „produziert in Israel“ tragen. Anschliessend übergaben sie dem zuständigen Filialleiter Listen mit „infizierten Produkten“, von Orangen bis hin zu vegetarischen Fleischersatzprodukten. Gemäss DocP dürfen solche Produkte nicht mehr verkauft werden. Die „Aktivisten“ meldeten darüberhinaus die Zwischenstände der gefunden Produkte an Beteiligte vor dem Supermarkt, um die Resultate auf ein grosses Plakat zu notieren. Ausserdem wurden Flyer an die einkaufenden Kunden verteilt, welche raten, keine israelischen Produkte mehr zu kaufen.

„Guter Zweck“
DoCP schreibt auf ihrer Website, dass die Reaktionen überwiegend positiv gewesen seien. Bei einer Aldi-Filiale in Enschede hätten Menschen sogar geholfen, die „illegalen Produkte“ zu suchen. Eine Filiale von Albert Heijn in Amsterdam habe sich indes geweigert, die „Inspektoren“ hereinzulassen.

Ein BDS „Inspektionsteam“ in Aktion im Jahr 2015

Die Gruppierung ist in den Niederlanden als nicht gewinnorientiert registriert und profitiert dadurch von Steuervorteilen bei Schenkungen. DocP sagt man wolle „Druck ausüben auf Israel für ein freies Palästina“. Der Verkauf von Produkten aus den Gebieten westlich des Jordanufers benennt die Gruppe als typisch für das „unglaubliche Unrecht und die zunehmende Unterdrückung von Palästinensern in ihrem eigenen Land“

Parlament debattiert
Am Donnerstag wird die zweite Kammer des niederländischen Parlamentes über die EU-Gesetzgebung debattieren, welche vorschreibt, dass Produkte aus so genannt besetzten Gebieten nicht mehr das Label „Made in Israel“ tragen dürfen.

Quellen: Centrum Informatie en Documentatie Israel, Geenstijl, Elsevier, DoCP