Der Iran hat angekündigt, erneut einen Wettbewerb für den Holocaust leugnende Karikaturen abzuhalten. Israelische Politiker haben die Vereinten Nationen dazu aufgerufen, sich öffentlich gegen diese Veranstaltung auszusprechen.

Der Sprecher der Knesset, Yuli Edelstein, wandte sich letzte Woche an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon mit der Bitte, die 11. Teheraner „Cartoon Biennale“ zu verurteilen.

In einem Brief an Ban Ki-Moon schrieb Edelstein, dass „sich der Abscheu und Protest nicht in Worte fassen lässt, der die Bürger Israels und viele andere Menschen weltweit erfasst, angesichts des erneuten Belegs dafür, dass Iran weiterhin an seiner Politik der Holocaustleugnung festhält.“

Dem Gewinner des jährlich von der Teheraner Stadtverwaltung geförderten Wettbewerbs winkt ein Preisgeld von 50.000 Dollar.

Für das für Juni 2016 geplante Cartoon-Festival werden Einsendungen von Karikaturisten aus etwa 50 Ländern erwartet, meldete die halboffizielle Nachrichtenagentur des Iran, IRNA, im Dezember.

Vergangene Woche appellierte auch der israelische UN-Botschafter Danny Danon an Ban Ki-Moon, diese Veranstaltung zu verurteilen, da es sich dabei „um einen antisemitischen Akt handelt, der die reine Bosheit des iranischen Regimes verdeutlicht“.

„Wer den Holocaust leugnet, setzt ein klaren Zeichen für Antisemitismus und legitimiert so den Tod von Millionen Juden“, schrieb Danon an den Generalsekretär und wies auf den anstehenden Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar hin.

„Während die Welt der Schrecken des Holocaust gedenkt, die noch frisch in unserem kollektiven Gedächtnis sind, macht sich ein Mitgliedsstaat daran, einen Wettbewerb zu veranstalten, der die Erinnerung an die 6 Millionen während des Holocausts ermordeten Juden entweiht“, schrieb Danon.

„Die Vereinten Nationen müssen ganz entschieden dieser Hetze entgegentreten und diesen verabscheuungswürdigen Akt auf schärfste verurteilen.“

Der Wettbewerb ist die dritte Neuauflage eines früheren Holocaust-Karikaturenwettbewerbs aus dem Jahr 2006, der als Reaktion auf die von der dänischen Zeitung Jyllands-Postens veröffentlichten Mohammed-Karikaturen ins Leben gerufen wurde.

Im vergangenen Jahr wurden 839 Werke für den Wettbewerb eingereicht, zum Teil auch als Antwort auf die umstrittenen Darstellungen des Propheten Mohammed im französischen Satiremagazin Charlie Hebdo.

Das „Siegerbild“ des Jahres 2015 des Marokkaners Abdellah Derkaoui zeigt einen israelischen Kran, der eine Mauer um den Felsendom errichtet. Auf der Mauer wiederum ist das KZ Auschwitz-Birkenau abgebildet.

Sowohl das US-amerikanische Aussenministerium als auch der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie israelische Politiker und die Antidiffamierungsliga ADF haben den Wettbewerb von 2015 verurteilt.

Der Iran hat in der Vergangenheit mehrere Veranstaltungen abgehalten, die den Holocaust in Frage stellen, unter anderem auch eine Konferenz, die belegen sollte, dass die Shoah als masslos übertrieben dargestellt werde.

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