"Israel, Satan, Mörder und Lügner." Plakat an einer Anti-Israel Kundgebung in Göteborg im Mai 2013. Foto Proletären FF
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Laut dem Global Peace Index ist Schweden ein Muster an Gleichheit und Chancengleichheit. Nur in einer besonderen Art Hass tut Stockholm sich hervor: im Hass gegen Israel. 

Von Giulio Meotti

Während eines durch den schwedischen Fernsehsender SVT2 durchgeführten Interviews nach den Anschlägen vom 13. November in Paris, nahm die Aussenministerin Margot Wallström diesbezüglich Stellung: „Um der Radikalisierung entgegen zu treten, müssen wir uns der Situation im Nahen Osten zuwenden. Die Palästinenser erkennen, dass es dort für sie keine Zukunft gibt, und suchen den Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage in der Gewalt.“

Diese Aussage wurde durch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu als „unverschämt“ zurückgewiesen. Wallström ­­– Sozialdemokratin, Frauenrechtlerin und „Philanthropin“ sowie von 1999 bis 2009 EU-Kommissarin – verteufelte Israel daraufhin und beschuldigte das Land „illegaler Hinrichtungen“ während der sogenannten dritten Intifada.

Vor einem Jahr erkannte Schweden als erstes europäisches Land offiziell den Staat Palästina an. Währenddessen verfestigt sich der Antisemitismus in der schwedischen Gesellschaft. Dem israelischen Botschafter in Stockholm, Isaac Bachman, wurde im Radio die Frage gestellt: „Sind die Juden für die Zunahme des Antisemitismus selbst verantwortlich?“.

Der Führer der schwedischen Muslime, Omar Mustafa, rief zu einer „Bombardierung“ Israels auf (er musste daraufhin aus der sozialdemokratischen Partei zurücktreten).

Die Regierung finanzierte einen Leitfaden namens Kolonialismus und Apartheid, in dem Israel der ethnischen Säuberung beschuldigt wird.

Der schwedische Pensionfonds hat sich aus dem israelischen Unternehmen Elbit zurückgezogen und will mit Motorola auf dieselbe Weise verfahren.

In den vergangenen Wochen wurde der „Reichskristallnacht“ von 1938 in Schweden auf kafkaeske Weise gedacht, und zwar ohne die eigentlichen Opfer des damaligen Ereignisses einzuladen: die Juden.

Die grosse schwedische Supermarktkette Coop entfernte in seinen 600 Filialen sämtliche israelischen Produkte von den Regalen (dieser Boykott wurde schliesslich aufgrund von Protesten aufgehoben).

Die Fluggesellschaft Scandinavian Airlines hat kürzlich alle seine Flüge nach Tel Aviv wegen „politischer Instabilität“ ausgesetzt.

Ein schwedischer Film der Vergleiche zwischen dem Holocaust und der „Notlage der Palästinenser“ zieht, wurde in Göteborg in den Lehrplan aufgenommen.

Im Kulturteil des Aftonbladet, der meistverkauften schwedischen Tageszeitung, wurde ohne jegliche Quellenangaben oder Nachweise ein Artikel veröffentlicht, der die israelische Armee beschuldigt, Organe von palästinensischen Arabern zu stehlen.

Dagens Nyheter, die anspruchsvollste schwedische Zeitung, veröffentlichte einen Leitartikel mit dem Titel Es ist erlaubt, Juden zu hassen, in dem der Autor – Religionshistoriker Jan Samuelson – schreibt, dass der islamische Hass auf den jüdischen Staat gerechtfertigt ist.

Das Nationalmuseum in Stockholm stellte ein „Kunstwerk“ mit einem Bild von Hanadi Jaradat aus, einem palästinensischen Selbstmordattentäter, der in einem Restaurant in Haifa 21 Israelis tötete.

Nach den Anschlägen in Paris hat Schweden seine Synagogen geschlossen – ein Symbol für die Ausgrenzung der jüdischen Gemeinschaft.

Laut einer Fernsehdokumentation „haben viele der 600 in Malmö verbleibenden Juden Angst, nach draussen zu gehen“.

Vor 70 Jahren war der Schwede Raoul Wallenberg das europäische Gesicht der Rettung von Juden. Heute blickt Stockholm im Namen humanitärer Werte mit Hass, Verachtung und Böswilligkeit auf das jüdische Volk. Schweden befindet sich im Krieg mit Israel.

Giulio Meotti, ist ein italienischer Journalist bei Il Foglio. Er ist Autor des Buches „A New Shoah“, das die persönlichen Geschichten von Terroropfern Israels recherchiert und von Encounter veröffentlicht wurde und des Buches „The Vatican Against Israel: J’accuse“, veröffentlicht von Mantua Books. In englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva.

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