Der palästinensische Statistiker Dr. Khalil Schakaki erklärt in einem Interview mit dem israelischen Journalisten Assaf Gibor, die meisten Palästinenser glaubten, dass Israel in der „Operation Protective Edge“ geschlagen wurde ; er erkennt ausserdem eine gesteigerte Unterstützung der Einstaatenlösung und behauptet, dass der Grund für die BDS-Bewegung in der Eifersucht auf die israelische Demokratie zu finden sei. Ausserdem redet er auch über seinen Bruder, den Gründer des Palästinensischen Islamischen Dschihads, der in Malta vor 20 Jahren liquidiert wurde.

Von Assaf Gibor- Makor Rischon

Dr. Khalil Schakaki ist der bekannteste Meinungsforscher unter den Palästinensern und verfolgt seit den 1990er Jahren die wechselnden Trends in der palästinensischen Öffentlichkeit. Das Institut, dessen Leiter er ist („Institut für Politik und Meinungsforschung“) liefert ein vierteljährliches Bild zu Trends und Einstellungen der Palästinenser. Schakaki wurde in Rafah im Gazastreifen geboren. Er studierte und erhielt seine BA und MA-Abschlüsse in Politikwissenschaften an der American University in Beirut und promovierte an der Universität Columbia.

Wir treffen uns in seinem Büro in Ramallah und besprechen seine neueste Umfrage, die vor zwei Wochen durchgeführt wurde. Schakaki bittet darum, sich im Gespräch auf die jüngere Generation zu konzentrieren. „Man muss auf die Entwicklungen im Umfeld der Jugend achten und sich ihre Probleme anhören. Die Jugendlichen sind ein wichtigerer Faktor als Erwachsene, denn sie spiegeln zukünftige Trends wider“ erklärt er.

Was denken also die jungen Palästinenser?
„Wir sehen bei den Jugendlichen einen Anstieg der Unterstützung des gewaltsamen Aufstands und für den Einsatz von Waffen zum Erreichen palästinensischer Ziele“, sagt Dr. Schakaki. „Es wird ein neuer Anführer gewünscht, der über bewaffneten Aufstand redet und nicht über friedliche Wege. Die Jugend kritisiert die palästinensische Autonomiebehörde und die palästinensische Führung aufs Schärfste. Sie denkt, dass sie bestechlich sind und sich auf dem falschen Weg befinden.

„Die Jugendlichen betrachten die Realität und sehen das Scheitern der Behörde beispielsweise in Bezug auf die Einheit zwischen dem Gazastreifen und dem Westjordanland, auf die Förderung einer demokratischen Regierung frei von Korruption und Vetternwirtschaft und sogar in Bezug auf die Präsidentschaftswahlen und die gesetzgebende Versammlung. Sie denken, dass Abu Mazen und die palästinensische Führung in der Aufgabe, einen palästinensischen Staat zu schaffen und die Besatzung durch Verhandlungen zu beenden, gescheitert sind, und dass sie keine Behörde aufgebaut haben, die der Bevölkerung effektive Dienstleistungen bieten kann.“

Wie drückt sich die Unterstützung des gewaltsamen Aufstands aus? 
„Mit „Unterstützung“ meine ich nicht die aktive Teilnahme an einem gewaltsamen Aufstand. Wir messen nicht das Ausmass der Unterstützung der Befragten und inwieweit sie sich in Aktivismus umwandelt. Wir fragen gewöhnlich nicht nach Dingen, die eine Gefahr für den Befragten darstellen, daher haben wir keine Informationen hierüber. Niemals frage ich einen Menschen, ob er eine ungesetzliche Handlung oder eine als Terrorismus bezeichnete Aktion unterstützt, um ihn nicht in Schwierigkeiten zu bringen.

Der Sieg der zur Hamas gehörenden Studentenvertretung an der Universität Bir Zait (Westjordanland) bei der Wahl, die im April letzten Jahres stattfand, zeigt den Drift von jungen Palästinensern in Judäa und Samaria in die Richtung der Hamas-Bewegung. Nach dem Wahlsieg der Hamas in Bir Zait und in der Polytechnischen Hochschule in Hebron wies die palästinensische Autonomiebehörde die Verschiebung der Wahlen in der Universität Nablus an, um eine weitere Niederlage zu vermeiden.

Die Jugendlichen stehen hinter Barghuthi
Ein Jahr nach der „Operation Protective Edge“ ist die palästinensische Bevölkerung davon überzeugt, dass Israel den Krieg verloren hat. Fast 60 Prozent der in der jüngsten Umfrage von Dr. Schakaki Befragten glauben, dass die Hamas den letzten Krieg in Gaza gewonnen hat und ein Viertel der Befragten glauben, dass beide Seiten verloren haben. In diesem Zusammenhang gibt es eine interessante Aufteilung zwischen Gaza und der palästinensischen Autonomiebehörde : Die sich unter Herrschaft der Hamas befindenden Bewohner des Gazastreifens sind weniger von ihrem Sieg überzeugt, wahrscheinlich weil sie die Verwüstung des Krieges aus der Nähe erlebt haben.

„65 Prozent der Befragten im Westjordanland meinen, dass die Hamas als Sieger hervorging, im Vergleich zu nur 47 Prozent im Gazastreifen“, sagt Dr. Schakaki. „Ähnliche Daten ergaben sich, als wir ganz allgemein Fragen zum Verhalten der Hamas gegenüber Israel stellten. Dies bedeutet, dass die Öffentlichkeit im Westjordanland vom Sieg der Hamas überzeugt ist und ihre Aktivitäten eher lobt als die Bevölkerung des Gazastreifens. “

Es wäre interessant, diese Daten mit der Umfrage zu vergleichen, die vom Institut von Dr. Schakaki vor neun Monaten und zeitlich näher zum Krieg erhoben wurden. In jener Umfrage meinten 70 Prozent der Befragten im Gazastreifen und innerhalb der palästinensischen Behörde, dass die Hamas Israel besiegt habe. Dr. Schakaki glaubt, dass der Grund für den relativen Rückgang in der Verinnerlichung der Schäden liegt, die der Krieg verursachte und an einem Mangel an Zufriedenheit mit seinen Ergebnissen.

„63 % der Befragten denken, dass der humanitäre Preis der Bewohner des Gazastreifens, nicht die Ergebnisse des Kriegs wert war. Über 60 % sind der Meinung, dass die Hamas eine langfristige Entspannung anstreben muss, um indirekte Verhandlungen mit Israel zu führen. Ein ähnlicher Prozentsatz der Befragten unterstützt die Fortsetzung des Raketenbeschusses auf die Bevölkerung im Süden, wenn die Verhandlungen zu keinem Verständnis führen.“

Die Frage nach der geeigneten palästinensischen Führung und dem geeigneten Anführer kehrt in jeder Umfrage zurück, wobei es immer einen Wettbewerb zwischen Hamas und Fatah und Abu Mazen und Haniyya gibt. In der letzten Umfrage waren sich Abu Mazen und Haniyya sehr nahe, mit jeweils 46 Prozent Unterstützung. Als Antwort auf die Frage, wie sie bei jetzt stattfindenden Wahlen zum Parlament abstimmen würden, gaben 35 Prozent der Befragten ihre Stimme der Hamas im Vergleich zu 39 % für Fatah und auch hier gilt, dass in den von der palästinensischen Autonomiebehörde kontrollierten Gebiete die Unterstützung der Hamas grösser ist. Dies ist vielleicht der Grund dafür, dass Abu Mazen die Umsetzung seiner Versprechungen zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vermeidet.

„Der echte Anführer, zumindest laut unseren Umfragen, ist nicht Abu Mazen und nicht Haniyya, sondern Marwan Barghuthi, der in Israel inhaftierte Führer der Tanzim Milizen“ sagt Schakaki. „Er erhält eine grosse öffentliche Unterstützung, insbesondere von der Jugend. Im Gegensatz zu der aktuellen Palästinenserführung wird Barghuthi als sauberer und nicht bestechlicher Aktivist wahr genommen und als Person mit dem Einfluss und der Fähigkeit, die Fatah und die Hamas zu vereinen.“

Die Tatsache, dass Barghuthi ein Gefangener in einem israelischen Gefängnis ist, ist sicherlich ein wichtiger Grund für seine Popularität, denn das Thema Gefangene hat in der palästinensischen Gesellschaft grosse Bedeutung. Dr. Schakaki erklärt jedoch, dass die breite Unterstützung von Barghuthi auch in seiner Bereitschaft liegt, zum Erreichen palästinensischer Ziele bewaffneten Kampf einzusetzen. Barghuthi hat im Prinzip die Zwei-Staaten-Lösung akzeptiert und äusserte seinen Wunsch, in Frieden mit Israel zu leben. Allerdings weigerte er sich, die Möglichkeit im Bedarfsfall Waffen zu verwenden, aufzugeben.

„Einer der stärksten Kritikpunkte an Abu Mazen ist, dass der von ihm geförderte Weg, der friedliche Aufstand, gänzlich fehlgeschlagen sei und dass er kein wirkliches Druckmittel auf Israel habe“ sagt Dr. Schakaki. „Als wir fragten, welcher Weg zu ergreifen sei, um einen palästinensischen Staat zu erreichen, waren 36 Prozent für einen bewaffneten Aufstand, gegenüber nur 25 Prozent, die Abu Mazens Weg unterstützen.

Dies ist einer der Gründe, weshalb Barghuthi Sympathie erhält. Er gilt als der Anführer der Intifada und als ein Mann, der die Besetzung beenden kann. Wie Barghuthi glaubt auch die palästinensische Jugend an eine politische Lösung und Friedensgespräche, aber denkt auch, dass der gewaltsame Aufstand als Waffe auf dem Tisch bleiben muss.“

Die Religion ist auf dem Vormarsch.
Der Religionskrieg in der muslimischen Welt macht sich auch in der palästinensischen Gesellschaft breit. Eine sich mit IS identifizierende Gruppe ist im Gazastreifen aktiv und Verkündungen der Organisation wurden auch in Ost-Jerusalem gesichtet. Ich frage Schakaki, ob seiner Ansicht nach ein religiöses Erwachen, besonders während des Ramadan, der Grund für die gegenwärtige Eskalation und eine Welle von Anschlägen gegen Israelis ist?

„In der letzten erhobenen Umfrage bezeichnete sich über die Hälfte der Befragten als religiös. Sie denken, dass Religion eine zentrale Rolle in der Regierungsgewalt spielen muss und dass nicht zwischen Religion und Staat getrennt werden darf. Wenn wir über die Stärkung der religiösen Tendenz sprechen, dann denken wird, dass es sich um eine Annäherung an den radikalen Islam handelt, aber wenn wir die Zahlen betrachten, dann definiert nur die Hälfte der Menschen, die sich als religiös bezeichnen, die Religion als Weg des Terrors. Die Unterstützung des IS übersteigt beispielsweise keine 10 Prozent. Die Mehrheit der Palästinenser lehnt die Art und Weise der Organisation und ihre mörderische Gewalt ab“.

Besteht ein Zusammenhang zwischen einer Tendenz zum radikalen Islam und den Anschlägen? 
„Ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten, da wir hier nicht über die einzelnen Täter sprechen. Wir beschäftigen uns mit Meinungsforschung und allgemeinen Phänomenen und ich kann bei einer Erhebung keine Person herausnehmen, um seine Gründe für die Ausführung eines Anschlags zu analysieren. In Zeiten wie im Krieg in Gaza war die Unterstützung des bewaffneten Widerstands gross, aber wir sehen nicht, dass die Stärkung der religiösen Macht einen massgeblichen Einfluss auf die Frage des Terrors gegen Israel hat.“

Es fällt schwer, nicht die Ähnlichkeiten zwischen Dr. Schakaki zu seinem grossen Bruder, dem Gründer des Palästinensischen Islamischen Dschihads Fathi Schakaki zu sehen. Dieser wurde vor 20 Jahren in Malta liquidiert und sein Tod wird von Aussenstehenden Israel zugeordnet. Als ich ihn bitte, sich zu seinem Bruder zu äussern, senkt er seinen Blick und lächelt. „Das war in der Vergangenheit, diese Zeit liegt hinter mir.“

Der anwesende Fotograf, ein Bewohner Ramallahs, zeigt sein Erstaunen. „Sie sind der Bruder von Fathi Schakaki – Respekt! Allah sei mit dir.“ Plötzlich werden die Statistiken und die Zahlen greifbar. In den Augen des 30-jährigen Fotografen war der Generalsekretär des islamischen Dschihads und der Verantwortliche für Dutzende von Toten in Israel in einer Reihe von Terroranschlägen, ein Held.

„Er war zwar nur zwei Jahre älter als ich, aber ich kannte ihn nicht wirklich“ äussert sich Schakaki dennoch. „Ich war nur wenige Jahre in seiner Nähe und in jenen Jahren war er nicht in der Rolle aktiv, aufgrund derer Israel ihn beseitigte. Als er umgebracht wurde, war ich nicht mit der Familie im Gazastreifen, sondern in Ramallah. Natürlich war ich traurig, er war mein Bruder.“

Wissen Sie, wie er zum radikalen Islam kam?
„Ich habe mich nie mit diesem Thema beschäftigt. Ich habe nie nachgeforscht, was ihn veranlasste und ihn zu dem Ort drängte, den er erreichte. Doch allgemein gesehen trieb ihn sein Beitritt zum politischen Islam zu Auffassungen, die er später auch im Rahmen der Religion bildete und nach welchen er handelte“.

Der Gedanke sich mit Schakaki zu treffen, war während eines Seminars entstanden, welches die „Genfer Initiative“ für eine Gruppe von 25 israelischen Journalisten bezüglich des Friedensprozesses und der Kommunikation abhielt und bei dem Dr. Schakaki zu den Rednern gehörte. Eine der interessanten Ansichten, die er äusserte, war die Analyse der Boykottbewegung (BDS) gegen Israel.

Die BDS-Boykottbewegung
„Mehr als 60 Prozent der Palästinenser sehen in Israel ein demokratisches Land und unter der jüngeren Bevölkerung ist die Zahl noch höher“, sagt Schakaki. „Der Vergleich findet nicht nur gegenüber der arabischen Welt statt, sondern auch gegenüber ganz Europa, wobei viele Israel als demokratischer als europäische Länder wie beispielsweise Frankreich charakterisieren. Sie sehen die israelische Demokratie als Vorbild, welches die arabische und palästinensische Führung anstreben sollte. Sie haben natürlich auch Bedenken zu einigen Punkten, beispielsweise die Gleichstellung der Frauen in der israelischen Gesellschaft, die aus palästinensischer Sicht als zu liberal und entgegen der Tradition angesehen wird.

„Diese Eifersucht auf Israel führt zu einer wachsenden Unterstützung der Ein-Staat-Lösung, und zwar eines demokratischen Staates. Unter den Jugendlichen steigt diese Unterstützung massgeblich. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sehen wir bei der Jugend eine Veränderung der Denkweise. Es gibt einen ständigen Rückgang in der Unterstützung einer Zwei-Staaten-Lösung und eine Verschiebung in Richtung eines einzelnen Staates. Die Jugendlichen sind bereit einen Staat zu erhalten, in welchem Juden und Palästinenser zusammenleben. Sie möchten Demokratie und glauben, dass die palästinensische Autonomiebehörde und ihre Institutionen in allen Bereichen scheiterten.

„Die Vorwürfe gegen die Besatzung und gegen Israel, die im Rahmen der Demonstrationen der BDS vorgestellt werden, sind ein Ergebnis der Ansicht der Demonstranten, dass es bereits die Realität eines Landes gibt, und dass sie für ihre Rechte in diesem Land kämpfen müssen. Die Tätigkeit der BDS wird natürlich auch von den Unterstützern der Zwei-Staaten-Lösung unterstützt und zwar mit dem Gedanken, dass das palästinensische Problem in ein internationales umgewandelt werden soll, und dass Israel auf jeder Bühne der Welt angegriffen werden muss. Aber die Anführer des Protests glauben an die Ein-Staat-Lösung. Sie kämpfen nicht gegen Israel, sondern kämpfen für ihre Rechte als Teil von Israel.“

Die Arbeitslosigkeit stört genau wie die Besatzung
Wir gehen hinaus auf den breiten Balkon des Forschungsinstituts, um eine Pause von den Zahlen und Daten zu machen. Es dämmert und der Himmel beginnt sich rot einzufärben. Vor uns breitet sich Ramallah aus und in der Ferne ist Jerusalem zu sehen.

Ich frage Dr. Schakaki, ob es seiner Ansicht nach noch eine realistische Chance für eine Zwei-Staaten-Lösung gibt. „Trotz dem Besprochenen über eine Bewegung in Richtung eines Staates, glauben die meisten Palästinenser immer noch, dass die Lösung mit zwei Staaten vorhanden und richtig ist“ antwortet er. „Sie geben fünf wesentliche Punkte auf dem Weg zu einer Lösung an:

Die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates, der israelische Rückzug zu den Grenzen von 67, Ost-Jerusalem als Hauptstadt des Staates, das Recht auf Rückkehr und die Kontrolle über die Heiligen Stätten des Islam. Sie sagen für das Zustandekommen eines Abkommens müssen diese Punkte erfüllt werden. Im gleichen Atemzug sagen mehr als 70 Prozent, dass sie keine Möglichkeit zur Gründung eines palästinensischen Staates in den nächsten fünf Jahren sehen“.

Dieser Pessimismus erklärt einen weiteren Punkt, der in der Umfrage auffällt. Wenn man die Palästinenser fragt, was das kritischste Problem für sie sei, dann erhalten die steigende Arbeitslosigkeit und die institutionelle Korruption den gleichen Prozentsatz wie die Beendigung der Besatzung und die Siedlungen. Nach dem palästinensischen Statistischen Zentralamt hat die Arbeitslosigkeit unter den Palästinensern 16 Prozent erreicht. Unter den Jugendlichen ist sie höher und klettert bis 30 Prozent.

Das Gefühl der Frustration und der fehlende Ausweg für die palästinensischen Jugendlichen führen uns zum Thema des Wunsches der Auswanderung. In der letzten vom Institut von   Dr. Schakaki durchgeführten Umfrage wurde festgestellt, dass jeder zweite Palästinenser aus dem Gazastreifen ins Ausland gehen würde, wenn er die Möglichkeit hätte. Die Situation in den palästinensischen Gebieten ist besser, obwohl jeder vierte auswandern würde, wenn es für ihn geeignete Möglichkeiten gäbe. Unter den gebildeten jungen Menschen sind die Zahlen höher — etwa 65 Prozent.

„Es gibt auch einige überraschende Daten zur Frage des Rückkehrrechts“ sagt Schakaki. „Die Mehrheit der Befragten denkt, dass es möglich wäre, einen Kompromiss mit Israel zu schliessen, wenn mit dem Abkommen 100.000 palästinensische Flüchtlinge auf ihr Land im Staat Israel zurückkehren können.“

Was ist mit den restlichen Millionen Palästinenser, die als Flüchtlinge leben? 
„Sie würden in dem palästinensischen Staat, arabischen Ländern oder einem anderen, von ihnen gewählten Land leben, gemäss einem Vorschlag von Clinton.

Würden die Palästinenser nach der Unterzeichnung des Abkommens den jüdischen Staat anerkennen? 
„Nach unserer Umfrage ist die Meinung der palästinensischen Öffentlichkeit in dieser Frage gespalten. Die meisten denken, dass die Anerkennung des jüdischen Staates die Rechte der Palästinenser in Israel beeinträchtigen würde, daher haben sie keine Eile, ihn anzuerkennen. In einer Situation, in der Israel sich verpflichtet, die Rechte der arabischen Bürger in Israel nicht zu beeinträchtigen, sieht es anders aus und es gibt eine Unterstützung für die Anerkennung des jüdischen Staates. Die Mehrheit der Befragten ist bereit, Land im Austausch mit Israel zu akzeptieren, wenn dies zu einem palästinensischen Staat führen würde, solange die ausgetauschten Gebiete die gleiche Grösse haben.

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