Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Agency berichtete letzte Woche, der türkische Ministerpräsident, habe seinem Volk versprochen, wenn er im kommenden Monat gewählt werde, Jerusalem zu befreien. 

»Die Al-Aqsa-Moschee [der Tempelberg] ist auf ewig unser – und Allah ist mein Zeuge und die Geschichte wird zeigen, dass sie auf ewig unser sein wird.«

Nachdem er geschworen hatte, Jerusalem zurückzuerobern, wenn er gewählt werde, betonte Davutoğlu, sein Land könne »kein Freund oder Verbündeter derjenigen sein, die die Al-Aqsa-Moschee mit ihren Stiefeln entweihen« und bezog sich dabei auf Israelis, die Demonstrationen verhindern mussten. Damit beschuldigt Davutoğlu Israel, den Tempelberg zu entweihen, denn dem Islam zufolge begeht jeder, der heiligen Boden anders als barfuss betritt, eine Abscheulichkeit.

Davutoğlu hielt seine Rede vor einer riesigen Menge in der nordtürkischen Provinz Amasya im Rahmen des Wahlkampfs seiner Partei zur Vorbereitung der Parlamentswahlen, die im kommenden Monat in der Türkei stattfinden sollen.

Unter Oppositionsführern entbrannte daraufhin ein Wortgefecht, in dem gesagt wurde, man solle Jerusalem als jüdisches Privatgelände betrachten; dies geschah im Hinblick auf Äusserungen des Parteiführers der HDP (Halkların Demokratik Partisi, Demokratische Partei der Völker), Selahattin Demirtaş, sowie Kamal Ihsanoglus, des Führers der grössten Oppositionspartei des Landes, der CHP (Cumhuriyet Halk Partisi, Republikanische Volkspartei), in denen diese die schlechten Beziehungen zu Israel kritisiert hatten.

Die AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi, Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) scheint Israel zum Hauptthema der Kluft zu machen, denn Davutoğlu erwiderte der Opposition:

»Wir werden uns nicht mit denen befreunden, die die Al-Aqsa-Moschee [den Tempelberg] mit ihren Stiefeln entweihen« und fuhr mit direktem Bezug zur Opposition fort: »Lasst sie gehen und sich mit ihnen [den Juden] befreunden, wenn sie wollen« und ergänzte, wie die Juden würden auch sie »Jerusalem beleidigen«. Damit teilt Davutoğlu die Türken in Unterstützer der AKP und Feinde bzw. Israel-Kollaborateure ein.

Anschliessend sprach er vom Stolz der Türkei – darauf, seit Ende 2002 (als er an die Macht kam) selbst Flugzeuge zu produzieren und Satelliten in den Weltraum zu senden. Davutoğlu betonte weiter: »Vor 2002 war die Türkei nicht einmal in der Lage, ein Infanteriegewehr zu kaufen; Panzer wurden mithilfe von Staatszuschüssen erworben und anschliessend zur Reparatur nach Israel geschickt.«

Und dann sprach Davutoğlu von dem Martyrium – davon, dass die Vorfahren die Türken daran erinnerten, dass der Weg des Martyriums nach Jerusalem führe, und um die Stadt zu befreien, müsse man zum osmanischen Traum zurückkehren.

Zusammenfassung eines Originalbeitrags von Walid Shoebat. Sheobat ist ein ehemaliger PLO-Aktivist und Gründer der Walid-Shoebat-Stiftung, einer Organisation, die sich gegen Antisemitismus und für den Frieden im Nahen Osten einsetzt. Übersetzung: K. Lehmann

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5 KOMMENTARE

  1. Die Muslims (und auch die Christen) haben Jerusalem usurpiert. Niemand im damaligen Israel und Yehudah wünschte die Muslims oder die Christen als Besatzer und Zerstörer des Judentums.

    Heute, nachdem Jerusalem wieder ungeteilt zu Israel und zum Judentum gehört, dürfen sich alle Religionen in Jerusalem betätigen. Als unsere Gäste, aber nicht als Eroberer und Verleumder.

    Herr Davutoglu ist eine islamistischer Dummschwätzer, der Israel und Juden hasst. An ihm haben nur die Feinde Israel und vom Judentum Freude. Dazu gehört auch die jüdische Palästinenserlobby.

  2. Dass sie auf ewig unser sein wird, heisst nicht Jerusalem befreien. Die AlAqusa ist muslimisch und wird muslimisch bleiben. Hat irgendjemand Zweifel daran.
    Warum solche Hetzartikel?

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