"Toaff, wir werden auf deinem Grab tanzen". Foto ZVg

„Toaff, wir werden auf deinem Grab tanzen“. So lautet der Text, den die faschistische Organisation „Militia“ auf eine Wand in Rom, nur wenige Tage nach dem Tod des ehemaligen Oberrabbiner Elio Toaff, sprayte.

Der frühere Oberrabbiner von Rom, Elio Toaff, ist am 19. April in seinem Haus in Rom gestorben. Er wäre am 30. April 100 Jahre alt geworden. Toaff war mehr als 50 Jahre lang Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Rom. Toaff gilt als eine der wichtigsten Personen des italienischen Judentums nach 1945. Er war einer der grössten Verfechter des jüdisch-christlichen Dialogs in Italien und empfing im April 1986 Papst Johannes Paul II. zu einem Besuch in der Grossen Synagoge von Rom. Dies war das erste Mal in der Geschichte, dass ein Papst ein jüdisches Bethaus betrat.

Weitere hetzerische Graffiti mit „Militia“ (Miliz) unterzeichnet, fanden sich in der Umgebung des Kolosseum. In der Via dei Normanni lautet die Parole an der Wand: „Die Würmer warten, Toaff Henker“, während eine andere Inschrift sich auf den Präsidenten der jüdischen Gemeinde Riccardo Pacifici bezieht: „Heute Toaff, morgen Pacifici.“ An der Via Gallia: „Toaff, ein jüdisches Schwein weniger…“. Laut der Antisemitismus Beobachtungsstelle CDEC, sind in den vergangenen Tagen zahlreiche weitere antisemitische und hetzerische Graffiti aufgetaucht.

"Ein jüdisches Schwein weniger". Foto CDEC
„Ein jüdisches Schwein weniger“. Foto CDEC

„Psychisch Kranke“, so der Präsident der Region Nicola Zingaretti gegenüber der Zeitung Il Corriere della Sera. „In einigen Fällen müssen wir wohl auf die Psychiatrie zurückgreifen, so gemein und dumm sind die Texte.“ Für den Vizepräsidenten der Region, Massimiliano Emery sind die Autoren der Graffiti: „Schakale ohne Zukunft.“ Die DIGOS, eine auf Terror- und Extremismusbekämpfung spezialisierte Organisation der italienischen Staatspolizei, hat die Ermittlungen aufgenommen.

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