Hamas Cheerleader: Das professionelle Scheitern der westlichen Medien in Gaza

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In der westlichen Berichterstattung kaum zu sehen - Raketenabschüsse durch Terroristen in Gaza. Foto PD
In der westlichen Berichterstattung kaum zu sehen - Raketenabschüsse durch Terroristen in Gaza. Foto PD
Lesezeit: 4 Minuten

Medienframes von Kriegen und Militäroperationen können die globale öffentliche Meinung, Staatsoberhäupter und Politikgestaltung signifikant beeinflussen. Die westliche Berichterstattung über die Operation Fels in der Brandung wurde getrübt durch anti-israelische Voreingenommenheit und professionelles und ethisches Versagen.

Angst und Zensur in Gaza

Die Hamas hat über ausländische Journalisten eine Zensur verhängt, die nur die Publikation von Bildern und Videos erlaubt, die zerstörte Gebäude und tote Zivilisten – hauptsächlich Frauen und Kinder – zeigen. Westliche Medien strahlten keine Videos von Raketenabschüssen aus dicht besiedelten Gebiet, UNRWA-Schulen, Moscheen oder Spitäler aus. Die Hamas erlaubte die Berichterstattung über zerstörte Moscheen, nicht aber über die Raketen, die darin gelagert und in der Nähe abgefeuert wurden. Sie genehmigte die Berichterstattung über die Beerdigungen von Frauen und Kinder, nicht aber von Kämpfern. Das alles, um den Eindruck zu erzeugen, dass Israel vorsätzlich Zivilisten ins Visier nehme.

Mehrfach wurde berichtet, dass ausländische Journalisten in Gaza belästigt, bedroht oder befragt wurden zu Artikeln oder Informationen, die sie über ihre Nachrichtenmedien verbreitet hatten. Erst nachdem sie Gaza verlassen hatten, wagten einige Journalisten, die Wahrheit über die Kriegsverbrechen der Hamas zu enthüllen. Harry Fear, ein freier Mitarbeit des russischen RT TV verriet, dass ihn Hamas Sicherheitsbeamte aufgefordert hatten, Gaza innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, nachdem er über einen Raketenabschuss in der Nähe seines Aufenthaltsortes getweetet hatte. Er erwähnte ebenfalls, dass Innenministerium von Gaza Medienrichtlinien veröffentlicht hatte, die davor warnten, Informationen über Raketenabschüsse oder andere militärische Aktivitäten zu publizieren. Westliche Medien scheiterten daran, die Bedingungen offenzulegen, unter denen es ihnen erlaubt war, über die Ereignisse in Gaza zu berichten. Dies macht exakte Berichterstattung unmöglich.

Einige weitere Journalisten lieferten Informationen über Hamas-Methoden, die normalerweise ignoriert werden. Aishi Zidan, eine finnische Journalisten für Helsingin Sanomatschrieb über Raketenabschüsse vom Shifa-Spital und Gallagher Fenwick von France 24 deckte den extensiven Gebrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilder auf. Der italienische Journalist Gabriel Barbati gab zu, dass er erst nach dem Verlassen von Gaza, „weit weg von Hamas-Vergeltung“, frei über den Fehlbeschuss der Hamas sprechen konnte, der am 28. Juli neun Kinder im Shati-Lager tötete. Damit bestätigte er die IDF-Version des Zwischenfalls. Diese Enthüllungen demonstrieren das ethische Versagen der westlichen Medien, die Wahrheit zu berichten und eine faire und ausbalancierte Darstellung der Ereignisse zu präsentieren.

Der Opfer-Wettbewerb

Westliche Medien vergleichen regelmässig die Anzahl ziviler Todesopfer und das Ausmass der Zerstörung in Gaza und Israel. Dadurch wollen sie feststellen, ob die israelische Antwort auf die Aggression der Hamas gerechtfertigt und verhältnismässig ist. Das grosse Missverhältnis der Anzahl Todesopfer kreiert jedoch den Eindruck, dass die israelische Militärreaktion nicht proportional war. Darüber hinaus zitierten die Zeitungen auch Behauptungen von der Hamas, der UN und Menschenrechtsorganisationen, wonach 75% bis 80% der Todesopfer in Gaza Zivilisten seien.

Tatsächlich aber sind palästinensische, UN- und weitere Quellen seit längerem bekannt dafür, in Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt übertrieben Zahlen zu zitieren. Während des Libanonkriegs von 1982,der IDF-Operation Schutzschild im Westjordanland in 2002 oder der Operation Gegossenes Blei in Gaza 2008 haben Medien massiv übertriebene Zahlen übernommen, die später von den dafür verantwortlichen Agentur offiziell korrigiert wurden – diese Korrekturen wurden hingegen nur selten abgedruckt.

Trotz dieser Bilanz an irreführenden Statistiken haben sich westliche Medien einmal mehr entschlossen, unzuverlässige Angaben zu zivilen Todesopfern aus höchst fragwürdigen Quellen zu verbreiten.

Einige Wochen nach Beginn der Operation Fels in der Brandung, begannen New York Times und BBC, die publizierten Opferzahlen zu hinterfragen. Die BBC fand heraus, dass sich unter den getöteten Zivilisten dreimal so viele Männer wie Frauen befanden, was die These vom wahllosen Beschuss Israels widerlegt. Die New York Times untersuchte die Namen von 1‘431 Opfern und entdeckte, „dass der Bevölkerungsteil, zu denen Militante am ehesten zählen – Männer im Alter von 20 zu 29 – auch unter den Todesopfern am stärksten überrepräsentiert war. Sie machen 9% der Bewohner […] Gaza aus, aber 34% von jenen Toten, bei denen das Alter genannt wurde“. Diese Statistiken widerlegen die bösartige Behauptung von Hamas, UN und Menschenrechtsorganisationen, dass Israel gezielt Zivilisten ins Visier nimmt. Unglücklicherweise löschen solche später Entdeckungen nicht die anfängliche Wahrnehmung von Israel als Bösewicht aus.

Schlussfolgerung

Die anhaltende Verbreitung von falschen Opferzahlen durch westliche Media bedeutet ein grundsätzliches professionelles Versagen. Interessanterweise legten chinesische und indische Medien den relevanten Kontext offen, der in der westlichen Berichterstattung fehlte: Israels beispielslose Bemühungen zur Vermeidung von zivilen Todesopfern und der systematische Gebrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilder durch die Hamas. Sie enthüllten sogar die Abschüsse von Raketen aus besiedelten Gebieten. Wer hätte gedacht, dass CCTV, der kommunistische TV-Sender Chinas, ausgewogener über Gaza berichten würde als die britische BBC?

Die verzerrte und irreführende Berichterstattung über den Gazakonflikt trug zu hastigen Rufen nach einer Untersuchung israelischer Kriegsverbrechen bei. Und hatte zugleich Anteil an den Hassdemonstrationen in Europa und einem starken Anstieg an antisemitischen Zwischenfällen.

Westliche Medien sollten für ihre verzerrte Berichterstattung zur Verantwortung gezogen werden. Es ist allerdings zweifelhaft, ob sie den Mut haben, die eigenen Ratschläge annehmen, die sie so oft Regierungen unterbreiten: Untersucht eure professionelles und ethisches Versagen und kehrt vor euer eigenen Haustür.

Originalversion: Hamas Cheerleaders: Professional Failures of the Western Media in Gaza by Prof. Eytan Gilboa © Begin-Sadat Center for Strategic Studies, August 13, 2014.

11 KOMMENTARE

    • Im Magazin http://blog.dasmagazin.ch/aktuelles_heft/n-35-2/ ist ein Gespräch mit zwei Juden Beni Frenkel und Thomas Meyer gedruckt. Das wirkt für mich sehr authentisch und glaubhaft. Da kann man ja wohl nicht von einseigen Aussagen sprechen. Die teilweise objektive Kritik am Umgang mit den Plästinenser in Israel hat was Erfrischendes. Es stimmt jedoch auch nachdenklich, wie die beiden in den eigenen Reihen behandelt werden.Ich habe einiges gelernt.

  1. Was daran so einseitig ist? Die Ausführungen sind deshalb einseitig, weil sie den antiisraelischen Mainstream der öffentlichen Meinung beschämen.

  2. Dieser Artikel ist genau so einseitig wie die Propaganda der Hamas. Für mich gilt – israel ist nicht Netanjahu und die Palestinenser sind nicht Hamas. In diesem Krieg gibt es wie immer nur Verlierer. Netanjahu ist an keinem Frieden interessiert, sonst würde er mit dieser Siedlungspolitik und der Besatzung endlich aufhören. Sie ist der Nährboden für Terrorismus. Die Hamas sollten aufhören mit Gewalt gegen die israelische Besatzung anzukämpfen. Auch sie ist so nicht an einem Frieden interessiert. Gewalt berwirkt Gegengewalt. Die Lösung kann nur im Gespräch gesucht werden, dazu sind jedoch neue Kräfte gefordert.
    Ich bin kein Antisemit, nur weil ich Israel kritisiere. Israel genau so eine Existensberechtigung wie Palestina.

    • Dieser Beitrag zeigt auf, welche Details in der Medienberichterstattung ausgelassen wurden, über was berichtet wurde und was NICHT berichtet wurde. Was daran ist genau einseitig?

      • Hat AudiaturOnline auch einen Namen? Mein Name wird angezeigt und das ist auch richtig so.
        Dieser Bericht zeigt die Kritik an der einseitigen Medienberichterstattung aus pro-israelischer Sicht. Wenn sie wirklich den Anspruch auf objektive Information haben, müssen sie auch die Information zum israelischen Vorgehen bzw. zur Berichterstattung in diesem Krieg hinterfragen. Wo sind die Berichterstattungen zur jahrelanger Besatzung, zur Siedlungspolitik? Ich bin eher der Meinung dass die Medien, aus Angst antisemitsch zu sein, wenig über das brutale Vorgehen der israelischen Armee schreiben.

        • Die Berichterstattung zum israelischen Vorgehen, Besatzung, Siedlungspolitik und die Verurteilung und Anprangerung dieser können Sie täglich in den hiesigen Zeitungen lesen. Das Angebot ist sehr breit. Wir erlauben uns, den Fokus auf die Aspekte zu legen, die von diesen Medien nicht oder selten berücksichtigt werden. Audiatur Online, Sandra Hoffmann

          Hier noch ein weitere Bericht zum Thema: http://www.tabletmag.com/jewish-news-and-politics

      • Na gar nichts.
        Der "Guido", der ganz bestimmt kein Antisemit ist (LOL), wollte nur zeigen, wieviel er aus der deutschen Geschichte gelernt hat. 😀

        • Wie war das genau (Beleidigungen und Verleumdungen tragen nicht zu einer konstruktiven Diskussion bei!)

          Wenn die Lehre aus der deutschen Geschichte heisst, ein anderes Volk darf unterdrückt werden, ja dann habe ich wahrscheinlich nichts gerlernt.

          Vor einiger Zeit habe ich an der Bahnhofstrasse in Zürich miterlebt wie an einem israelischen Informationsstand die Leute massiv beschimft wurden, ja gar verwanwortlich für die Vorgänge in Israel gemacht wurden. Das ist antisemitisch und nicht das Hinterfragen der israelischen Rolle im Naostkonflikt.

    • Na, dieser Beitrag ist doch ein schönes Beispiel, wie das Dauerfeuer der Medien wirkt. Die Relativierer sind am Werk, und ganz besonders am Serk sind sie, was Israel angeht.

      Dabei ist es ganz einfach: Schieße nicht auf deinen Nachbarn, dann wir der das auch nicht tun (müssen).

      Aber selbst diese einfache Tatsache wird ignoriert und mit Dingen wie "Siedlern" verbunden. Was bitte haben die Siedler mit dem Gaza-Streifen zu tun? Sie wurden vor Jahren von ihrer eigenen Armee gezwungen, dieses Land zu verlassen.

      Ich gehe davon aus, daß Sie, Herr Wagner, sich genauso erregen über Nordzypern mit seinen türkischen Siedlern, die Ostukraine mit ihren russischen Siedlern und Tibet mit seinen chinesischen Siedlern. Nein, tun Sie nicht?

      • Davon können Sie ausgehen, dass ich den von Ihnen genannten Orten und Regierungen gegenüber genau so kritisch bin. Aus diesem Grund würde ich auch nie in einem dieser Länder Urlaub machen. "Schieße nicht auf deinen Nachbarn, dann wird der das auch nicht tun müssen" – genau, das gilt aber für alle, auch für Israel. Sie verharmlosen die Siedlungspolitik von Israel, es behauptet niemand dass es nur um den Gazastreifen geht, es geht um die Palästinenser als ganzes. Ich kann mich nur wiederholen Palästina ist nicht Hamas, genau so wie Israel nicht Netanjahu ist oder die Juden in der Schweiz nicht Israel.

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